Es gibt im Nirwana der Mode Faux Pas viele bekannte Beispiele die alle, die den Red Carpet verfolgen, kennen. Gwyneth Paltrows Gothickleid ohne Büstenhalter oder Björks Schwanenkleid (wobei ich das so scheiße fand, dass es wieder cool war).

Doch auch was wir im Alltag tragen oder einst getragen haben, ist manchmal derart widerwärtig und geschmacklos, dass einem die Galle hochkommt. Ich hatte bereits zwei der schlimmsten Modesünden seit der Erfindung des Stoffs angesprochen: Buffalo-flatheels und die Schnellfickerhose (Jogginghose mit Knöpfen).

Doch es gab Anfang der 2000er einen der schlimmsten Modetrends aller Zeiten. DAS selbstbezeichnende Slogen-Shirt.

Meistens standen BITCH, MISTSTÜCK, ZICKE, DIVA drauf. Was waren das für geistig minderbemittelte Mädels, die sich damals selbst Bitch oder Miststück genannt haben und es auf diesen aus Polyester bestehenden engen Shirts uns auch noch aufs Auge drücken wollten? Ich verwette meinen Po darauf, dass diesselben Mädchen auch ein Arschgeweih hatten oder? Am I right?… yes i am… and i know it.

Diese billigen StretchShirts, die man damals für 10DM (2001) und später für 5Euro (ab 20002) an Bahnhöfen, in Billigstores und auf dem Flohmarkt kaufen konnte, waren echt mies und mehr als billig (im Sinne von nuttig).

Dagegen war Paris Hiltons „Its Hot“-Shirt ja noch cool. Ausgelöst wurde dieser Trend durch Madonna, vermute ich zumindest, da es seit ihrem Auftritt bei den MTV Awards 2000 anfing, dass man zunächst Namen auf Shirts druckte. Sie hatte eins mit der Aufschrift „Kylie“ getragen und promotete ihr jüngeres Copycat der späten 80er. Das Phänomen BitchShirt ist meiner Ansicht nach nur in Germany so populär gewesen, während in anderen Ländern ItsHot, Britney, Kylie, Madonna oder sowas drauf stand und keine Selbstbezeichnung, bei der sich die Trägerinnen selbst herabwürdigten.

Die Trägerinnen der Bitch-Shirts selbst sagten „Wir sind stolz Bitches zu sein. Wir zeigen es offen und so kann niemand uns angreifen. Angriff. Wir sind keine Opfer mehr, sondern moderne Frauen, die zu ihrem Bitchtum stehen!“

Na gut. Wenn uns der moderne Feminismus solche Miststücke eingebrockt hat, dann müssen wir es ertragen oder weggucken.

Das Problem ist, dass TShirts auf denen steht, das man zb. eine gute Mom ist oder Lady ist, sich nicht so gut verkauft oder vermarktet hätten. Würde Bad Mom drauf stehen ist es auf einmal mutig es zu demonstrieren, nämlich die negativen Seiten, die man hat. Zu seinen Fehlern stehen und selbstbewusst sein. Das sollte dieser Trend ausdrücken.

Doch es ändert nichts daran, dass die Shirts billig verarbeitet waren und sie meistens von den Verena Kerths seiner Zeit (damals blondes Dummchen Image) usw getragen wurden. Eine Frau Wagenknecht, die auch sehr zickig sein kann, würde sich sowas nicht antun und nicht mal eine Verona Poth.

Ich bin gerade dabei ein „No Mam“ Al Bundy Gedächtnis Shirt zu bestellen. Das ist wenigstens lustig, kostet 30 Dollar und es ist Kult.

Fazit zum Bitch-Shirt: Selbstbewusst vielleicht. Geschmacksverkalkung „Schuldig im Sinne der Anklage“! 🤣🙏🙈