Lange nichts mehr geschrieben. Endlich BACK und zwar mit einem Thema, das momentan auf socialmedia durch die Decke geht. Und zwar Generationenkonflikte und Generationsmissverständnisse. Momentan spielt sich vor allem ein Fight zwischen Gen Y (den Millanials) und der Gen Z (Centannials) ab. Der Battle im Netz dreht sich vor aÄşlem ĂĽber Schönheitsideale und Mode und wird laut meiner Recherchen auf TokTok und Youtube ausgetragen. Das Thema Generation ist also wieder in aller Munde, nachdem es jahrelang weg vom Fenster war… Auf diesen von mir erwähnten Konflikt gehe ich im nächsten Beitrag ein. Zunächst zu meinem persönlichen Anliegen.
Das Thema Generationen kam in meine Gedanken, als Neulich im Schreibkurs das Thema Generationen beiläufig erwähnt wurde. Ein Kursteilnehmer meinte „Es dauert drei Generationen bis so ein Krieg verdaut ist.“ Er spielte natĂĽrlich auf das Trauma des Zweiten Weltkrieges an und fĂĽgte anschlieĂźend hinzu, dass „eine Generation 25 Jahre umfassen wĂĽrde.“ Diese männliche Person war fortgeschrittenen Alters und gehörte eindeutig der Generation Babyboomer an. Ich war irritiert und wollte keine Auseinandersetzung darĂĽber starten, dass eine Generation schon lange keine 25Jahre, sondern aufgrund der Schnelllebigkeit nur noch 13 bis maximal 17Jahre umfasst. Vor allem aber wollte ich nicht mit einem Babyboomer in einen Disput geraten, da diese Personen erfahrungshalber davon ausgehen alles besser wissen als die jĂĽngeren Menschen oder Mitglieder vorheriger Generationen. Vor allem aber auf die Millanials bashen sie regelmäßig ein, da die Babyboomer stolz darauf sind, wie sie die Wirtschaft angekurbelt haben. Dies tun die Millanials nicht in diesem MaĂźe (auch weil es die Gegebenheiten jenseits des Wirtschaftswunders nicht zugelassen haben usw.), weshalb viele Babyboomer die Gen Y als „lazy generation“ pder gar als Dummköpfe betrachten. Sie kritisieren die Millanials und sehen sue als Versager.
Stoooop! $$$$ sagte ich mir. Habe ich etwa Vorbehalte gegen andere Generationen, ähnlich wie viele Ältere sie gegen jüngere Generationen haben? Abends quälte ich mich nicht nur mit dem Thema Nachkriegstrauma, dass vor allem die Kriegsgeneration und die Babyboomer (Nachkriegsgeneration) noch heute zu beschäftigen scheint. Von dieser nun fast ein Jahrhundert andauernden Nachkriegsbewältigung waren vor allem die Generationen X und Y angepisst. Ich falle ebenfalls in diese Kategoroe. Der Krieg war für mich zwar nicht unwichtig und er war schlimm, aber da meine Vorfahren nicht involviert waren in Kriegsverbrechen und ich als halbe Polin keinerlei kollektive Erfahrung damit habe, spielen in meinem Kosmos andere Themen eine Rolle.
Doch wenn es nicht der Krieg war, was bewegte und bewegt mich ĂĽberhaupt? Was gehört zu meinen kollektiven Erfahrungen und Erinnerungen? So kam ich zurĂĽck auf eine Frage, die ich mir bereits als Teenager gestellt habe „War ich ĂĽberhaupt ein Kind der Generation Y?“
Bevor ich die Antwort gebe, liefere ich einige interessante Vorabinfos. Eine Generation definiert sich ĂĽber drei Aspekte:
1. den Zeitraum in dem man geboren wurde
2. die gesammelten kollektiven Erfahrungen und kollektiven Erinnerungen, die man mit Menschen teilt (z.B. Fall der Mauer, WM, politische Krisen, Einfluss von Popkultur)
3. den Ort an dem man geboren wurde (da Kriegserfahrungen oder Wirtschaftskriesen oder politische Systeme wie z.B. in der DDR eine Generation prägen können).
Momentan leben 5 Generationen auf dem Planeten Erde.
- Die Traditionalisten (alle die vor 1946 geboren sind). Diese Generation zählt als Kriegsgeneration, da einige einen oder zwei Weltkriege erlebt hatten. Sie halten an alten Werten wie Ordnung, Pflichtbewusstsein, christlichen Werten, Sparssamkeit oder Respekt vor den Älteren und vor Traditionen, fest.
- Die Babyboomer (geboren ca. zwischen 1946 und 1964) . Sie sind die so genannte Nachnriegsgeneration und litten unter den Nachbeben des Zweiten Weltkriegs. Der Name der Generation ist von dem Umstand abgeleitet, dass die meisten Kinder in diesen Jahren geboren wurden, ehe die Emanzipation der Frauen und der Pillenknick dem ein jehes Ende setzte. Sie befreiten sich von den traditionellen Werten und trieben die sexuelle Revolution, die Frauenbewegung und die 68er-Bewegung an. Oftmals fühlen sich Banyboomer durch die Woodstockerfahrung oder die Mondlandung usw als etwas Besonderes. Dadurch das sie zahlenmäßig so viele sind und durch den Umstand, dass sie mitten in das Wirtschaftswunder geboren waren, ist ihr Einfluss auf Politik, Wirtschaft und die Kultur bis heute am höchsten. Sie übersehen oftmals das andere Generationen, die nicht vom Wirtschaftswachstum profitieren konnte, nicht diesselben Chancen hatte sich zu etablieren. Zuletzt wäre noch zu erwähnen, dass neben dem Stolz ihrer kultuerell-öknomischer und politischer Errungenschaften, die Babyboomer auch ausmacht, dass sie sich im Alter in die konservative Richtung zurück entwickelt haben. Sie üben die meiste Kritik an der Generation X und Y.
- Die Generation X (geboren ca. zwischen 1965 und 1979/1980). Sie gilt als die verlorene Generation, die undefinierbar ist (deshalb das X) und die als die No-Future Generation bezeichnet wird. Im Internet wird sie am seltensten erwähnt und das obwohl sie die Popkultur und ihren gesellschaftlichen Einfluss auf Themen wie Homosexualität, Diversität, Migration oder Anti-Rassismus enorm ist. Weiter macht diese Generation vor allem das Leiden unter Ehescheidungen der Eltern, dem Schlüsselkinddasein, die Vernachlässigung durch die arbeitende Mutter sowie das Aufwachsen vor dem TV-Gerät aus. Diese Generation gilt als MTV-Generation, als Grungehörer, Hip Hop begeistert und rockmusikaffin. Zudem haben sie ein Interesse an Science Fiction und Computern, lehnen aber die übermäßige Technologisierung und Modernisierung ab. Ihnen wird ein Hang zur linksorientierten Politik und zur Rebellion nachgesagt.
- Die Millanials bzw. Generation Y (geboren ca. zwischen 1980 und 1996). Der Name leitet sich von Millenium ab, da die Annahme ist, dass für keine andere Generation die Jahrtausendwende so prägend war. Vor dem Millenium hatte diese Generation keinen Namen und wurde einfach Gen Y genannt, da zuvor die Gen X existierte. Diese Generation machen die Orientierungslosigkeit, die Verwöhntheit, der Konsum, der Spaßfaktor sowie ihr Hedonismus aus. Sie gilt als die Techno-, Pop- und Blackmusic-Generation mit einem Hang sich Subkulturen anzuschließen. Oftmals modisch interessiert, sind Millenials die 911-, die Handy- und Internet- und die Praktikums-Generation. Sie gelten als hochtolerant, linksaffin und progressiv.
- Die Gen Z (geboren ca. zwischen 1997 bis heute?). Diese „neuste Generation Z“ macht vor allem ihr Einfluss auf das Internet aus.
Damals wurden alle Kinder der 1980er als Generation Y bezeichnet. Zur Klärung meiner Generationsidentität jetzt der Versuch einer Antwort.
Ein RĂĽckblick auf prägende Dinge meines Lebens: Ich stehe zu meinem Alter und bin vom besten Baujahr 1982. Falcos Kommisar, der Film E.T., Germanys Sieg beim Grand Prix oder Jacksons legendäres Thriller-Album. Viele Meilensteine prägten die 80er. Mitten in den Ost-West-Konflikt geboren wurde ich zum walkmannutzenden Kassettenkind, wurde zum Drittel vom Fernsehen erzogen und glaubte in meiner kindlichen Naivität an „das Streben nach GlĂĽck“. Muppetshow, SchlĂĽmpfe, Sandmann, Schallplatten, schwarzweiss Antennen-Fernseher, Wiederholungen von Bonanza, Unsere kleine Farm oder neue Serienhits wie Dalls und Denverclan gehörten zĂĽr Tagesordnung. Testbild, Barbiepuppen, Russland als Feindbild Amerikas, Solodarnosc, Tschernobyl, der Mauerfall usw., beeinflussten meine frĂĽhe Kindheit in den 80ern.
In den 90ern, also nach dem Fall der Mauer, prallete der Pluralismus der Lebensstile und die Irritation vor der Jahrtausendwende auf mich und meine agemates ein. Aidskampagnen, sexuelle Offenherzigkeit angetrieben von Sexshows, Sexsells, Pam Anderson und Madonna lösten eine Art Enttabuisierung gegenüber Sex aus. Resultat war eine Übersexualisierung der Popszene sowie von MTV, das ständige Reden über Sex, das Bewusstsein für HIV und Masturbationsperformances von Madonna. Es folgte die Ära Models und Playmates. Erstmals ballonartige Plastikbrüste, Schlauchbootlippen und klapperdürre Junkiemodels. Grunge und Britpop, Alternative Rock vs. Techno, Boy- und Girlgroups, Girlpowerbewegung, Golfkrieg, Bush und Clinton, Kohlära, Wessis gegen Ossis, GZSZ vs. Al Bundy, Seinfeld, Friends, Beverly Hills, Titanic, Jurrasic Park, Pulp Fiction usw. Nahostkonflikte, Nordirlandhorrorszenarien, Kosovokrieg, Anstieg von rechtsradikalen Anschlägen, Spielkonsolenboom, Spaßgesellschaft, Talkshowwahnsinn, Voyeurismus im TV, Eurodance, Trash, Comedytrend. Hip Hop and RnBs finest music. Crossover, Cyberpunk, balladensingende Megadiven, Supersellersoundtracks usw. Eine starke Nationalelf mit einem Weltmeistertitel. Boxprofis und Wimbeldon. Wir hatten alles. Alles vom Besten und vom Feinsten. Höher, schneller, weiter. Eine depressive cobainsche perspektivlose Generation rollte auf das Millenium zu. Schon war der Name der Generation geboren. Millenials. Warum? Weil das Millenium auf diese Generation den größten Effekt haben sollte.
Dann kam die Jahrtausendwende und alles blieb zunächst beim Alten. Computer gingen noch. Alle liefen mit dem Nokia 82/10 durch die Gegend, chatteten und gingen vermehrt ins Internet. Egoshooterboom, Downloads und Emailverkehrsstaus. Ein weisser Rapper erschien und enthronte alte Megastars wie Madonna, Mariah Carey und die Boyband. Auch vier New Yorkerinnen die gerne Schuhe shoppten und den Sextalk fortsetzten tauchten plötzlich auf, Harry Potter wurde zum meistverkauftesten Buch, der Fantasyboom startete und die Teens ukd Twens flüchteten in eine Welt voller Vampire, Hobbits und Piraten statt sich mit realen Problemen auseinanderzusetzen. Das digitale Zeitalter erreichte seinen votläufigen Höhepunkt als Wikipedia, Facebook und Youtube auf den Menschen losgelassen wurden und sich die Welt zunehmend vernetztw. Der Einfluss der afroamerikanischen Kultur auf die gesamte Welt überraschte viele rassistische weisse Hinterwäldler, während die Blackmusic alle anderen Stilrichtungen wie eine Dampfwalze zermahlmte . Nur etwas später stürtzen die Twintower ein und machten Roland Emmerichs Alpträume wahr. Ein hollywoodartiger und actionmäßiger Flugzeugangriff hält die Welt in Atem, der diesmal bittere Realität ist. Enya wird gespielt, während Feuerwehrmänner zu Nationalhelden befördert werden und uns der Ground Zero offenbart wie verwundbar die USA ist. Jeder weiss wo er war als ea geschah, doch die Welt drehte sich trotz dieses Traumas munter weiter. Das Ozonloch wurde größer, die Erde wärmer, die Casting- und Realityshows lösten das Familienfernsehen ab und katapultierten uns in eine neue Dimension. Celebrities wurden verfolgt und präsentierten paradoxerweise ihr intimstes Privates in MTV-Reality-Formaten. Musikrichtungen und Musikfernsehen lösten sich auf, Emos erschienen, Charts spielten keine Rolle mehr. Hip Hop ging mit Usher den Pakt mit der Elektromusik ein. Weisser Rapper, schwarzer Golfspieler. Beschissener US-Präsident. Bundeskanzlerin kommt. Groko bis zum erbrechen. Vielen träumen von Jamaika. Die Spaßgesellschaft hat ihren Höhepunkt mit Stefan Raab und Ballermann längst überschritten. Nobodies werden zu somebodies. Famous for no reason und 15 minutes of shame. Während Amy Winehouse sich mit Michael Jackson vor unseren Augen zugrunde richtete und die USA wieder Krieg spielten, lösten Klingeltöne und Castingmusik alles Vorherige ab. Rock is dead. MTV ist Geschichte, die letzten Atemzüge von Wetten Dass, Schlecker und Quelle, Talkshows, Gameshows. Nur noch Dieter und Jauch beim Zappen. Das Jahrzehnt endet mit einem Paukenschlag. Osama lebt noch. Obama kommt. Heidi Klum nervt und die Weltwirtschaft kracht zusammen, während Griechenland die europäische Union spaltet. Die Blackcommunity geht den Pakt mit dem Teufel ein und beendeten ihren Siegeszug im selben Jahr in dem Jackson stirbt und Obama Präsident wird. Illuminatidiskussionen und der Beginn der Verschwörungstheoretiker bahnt sich an. David Guetta zerstört die Musik, indem alle auf den Elektrowahn aufspringen. Eine kleine Frau, etwas gaga rüttelt an Madonnas Thron.
Das alles habe ich vor meinem 30 Lebensjahr alles miterlebt und all dies hat mich nachhaltig geprägt, da es in meinen Teens und Twens sowie in meiner Kindheit stattfand. Ich müsste demnach eigentlich Millenial sein, also zur Generation Y gehören. Personen die dieser Generation angehören sind laut Definition zwischen 1980 und 1995 geboren. Davor gab es die Generation X, also all diejenigen die zwischen 1965 und 1979 geboren sind. Soweit sogut.
Aber moment? Wieso hasse ich dann die Millenials und alles wofĂĽr sie stehen und woran sie glauben… Wieso kann ich nichts mit Computern, Sozialmedia und dem Hipstertrend anfangen? Wieso suckte mich meine eigene Generation so an, dass ich fast kotzend zur Schule lief. Wie konnte es sein?
Jahrelang glaubte ich und war fest davon überzeugt, dass es daran liegt, dass ich Teil der Generation X bin. Ich hörte mehr Grunge und mich bewegte immer mehr das was die zwischen 1965 bis 1979 geborene n sagten. Alle meine Freunde waren zwischen 1970 und 1981 geboren, bis auf Ausnahmen. Wieso kam ich mit denen die in der 70ern geboren waren besser klar. Ganz einfach. Ich war einer der Generation X. Und es ist sogar richtig, denn 0 bis
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