Im Vogue-73-Fragen-an-Interview auf dem Vogue-Youtube-Channel äußerte Anna Wintour nicht nur, dass sie ungern Taschen trägt und das sie durch ihre Kinder gelernt hat, was Liebe bedeutet. Selbstverständlich wurde sie auch in Bezug auf absolute Fashion No-Go’s befragt. Ihre eindeutige Antwort lautete „Von Kopf bis Fuß in schwarzer Kleidung gekleidet“ und sie sagte auch, dass so etwas niemals in der Vogue abgelichtet wird. Doch hat sie recht? Ist es tatsächlich ein Faux Pas ganz in Black rumzulaufen? Neben der Gothicszene fielen mir nur Karl Lagerfeld und Johnny Cash ein, die immer und ausschließlich nur Schwarz trugen.
Nach langem überlegen, musste ich feststellen, dass Anna Wintour recht hat. Es ist ein No Go. Gothicszene mal ausgenommen (weil Subkultur) oder Johnny Cash, der diesen Look als StageLook nutze oder Lagerfeld, der es zum Markenzeichen machte. Abseits von Bühne, orthodoxem Judentum, Hexenzirkelparties und Subkultur hat ganz in Schwarz immer etwas von Beerdigung oder Addams Family Flaire. Ich selbst bin ein Riesenfan der Farbe Schwarz, weil man bei Schwarz nicht viel falsch machen kann und sie die einzige Farbe ist, die jedem Menschen steht. (Auch wenn Schwarz eigentlich keine richtige Farbe ist).
Gerne trage ich als Fan der klassichen und der Gothicmode schwarz. Doch genau wie Frau Wintour sagt, fühle ich mich wohler, wenn einzelne Elemente wie Schal, Tasche, Schuhe sich farblich von schwarzer Hose und schwarzem Pullover abheben. Prinzipiell denke ich, dass es schwer ist irgendeine Farbe alleine zu tragen oder mehr als 3 Farben zeitgleich pro Outfit zu verwenden. Seitdem Anna mir dieses NoGo vor Augen geführt hat, achte ich umso mehr nicht ganz Schwarz rumzulaufen, weil es wirklich aussieht als sei man von einer Beerdigung oder Halloweenparty gekommen sei.
Meine absolute Antipathie als Schwarzfarbfan ist die Farbe Weiss, die geradezu ein rotes Tuch für mich darstellt. Wie kann man eine weisse Hose tragen oder gar weisse Jeans? Ich denke dabei immer an Praktikum beim Arzt und bei weißen Kleidern an Hochzeit. Ist von Kopf bis Fuss Weiss etwa besser? Oder ist die Raffaelo-Insel der einzige Ort, wo man das in freier Wildbahn tragen kann? Als Verfechter von Weiss fallen mir spontan Courtney Love ein (weisse Vintage/Seconhandkleider Grungemode), Jennifer Lopez (weisse Hosen, Pullover usw.), Dieter Bohlens Girlfriends (immer in weissen Pullovern usw.) sowie Rolf Eden ein. Es sind nicht viele, die Weiss sehr häufig und oft tragen, was einen Grund hat. Denn im Gegensatz zu Schwarz steht Weiss kaum jemandem (den oben genannten Personen schon). In der Regel steht es am besten Menschen mit dunkler Haut, dunklem Teint, dunkleren Haaren. Aber auch Blondinnen oder Rothaarige in Weiss können reizvoll wirken, wenn es gut ausgewählt oder kombiniert ist.
Neben der weissen Hose und dem weissen Kleid, empfinde ich persönlich weisse Daunenjacken (u.a. im J.Lo, 90s, Asi- oder Wintersportstyle) als nicht gerade stilvoll. Nichtsdestotrotz habe ich mir meine schwarze Jacke in weiss gekauft (keine Daunen natürlich), weil ich zu viel schwarz nutze.
Fazit: Egal ob Raffael-Inselbewohner oder Lady in Red, es ist nie ratsam in einem Ton rumzulaufen. Weiss kann getragen werden, meistens jedoch nur als einzelnes Element.
By the way: Es sickert momentan der Grau auf Grau Look bei Männeranzügen durch (gesehen bei der Buchmesse auf 3Sat vor wenigen Wochen). Ein Look, der lange als bieder und altbacken und out galt. Aber ob es sich hält?
Wie dem auch sei. Anna Wintour hat in aller letzter Instanz nach längerem Überlegen immer Recht und sie hat mir geholfen mich ENDGÜLTIG von GanzInSchwarz zu lösen, einen Look den ich lange Zeit gelebt habe.
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