In den Beiträgen der Kategorie „TV, Internet und Co.“ dreht sich alles rund um das Fernsehprogramm, die neusten Trends aus dem Internet sowie aus dem Radio. Ob „DSDS“, „Queen Of Drags“, „Youtubechannels“, „SAT1-Frühstücksfernsehen“ oder „Influencer“. Alle Inhalte aus dem Medien-Spektrum, die viel Diskussionspotential aufweisen, die die Gemüter der Medienkonsumenten erschüttern oder die kontrovers diskutiert werden, kommen hier nicht zu kurz. Viel Spaß beim Lesen.
Seite 8 von 9
In der Kategorie „Themen, die bewegen“ werden Beiträge zu aktuellen, heiß diskutierten, kontroversen sowie zu gesellschaftlich, politisch oder kulturell relevanten Themen veröffentlicht. Dabei ist jeder Inhalt erlaubt (u.a. Gender-Diskussion, Klimawandel). Das Ziel dieser Beiträge besteht zum einen in der Aufklärung über bestimmte Inhalte und zum anderen darin verschiedene Positionen bzw. Ansichten zu einem Thema gegenüberstellen. Selbstverständlich wird meine persönliche Ansicht ebenfalls dargelegt, jedoch nicht mit der Absicht dem Leser die eigene Meinung aufzuzwängen. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.
Viele Cineasten und Fernsehzuschauer saßen 2007 gebannt auf der Couch oder im Kinosessel als der Film „Juno“ lief und fieberten dem Schicksal der gleichnamigen Hauptfigur, die von der damaligen Schauspielerin Ellen Page dargestellt wurde.
Im Zentrum der Handlung des Überraschungserfolges „Juno“ steht eine 16 jährige Teenagerin namens Juno, die nach ihrer Entjungferung ungewollt schwanger wird. Im Wartesaal eines Gynäkologen, der ihre Abtreibung vornehmen soll, entscheidet sich Juno, dass Kind auszutragen und es anschließend an kinderlose Eltern abzugeben. Der Teenager kann sich nicht vorstellen ein Kind groß zuziehen, möchte den Embryo aber auch nicht töten. Sie findet eigenständig ein geeignetes Ehepaar und beichtet ihren Eltern von der Schwangerschaft. Dann überstürzen sich die Ereignisse. Der Film, in dessen Hauptrollen Ellen Page und Jennifer Garner zu sehen waren, hat viele Menschen berührt und amüsiert. Die Newcomerin Page erntete positive Kritiken und ihr gelang dadurch der internationale Durchbruch als Schauspielerin.
Mich persönlich hat der Film ebenfalls sehr angesprochen, da ich mir immer vorgestellt habe, wie ich mich als schwangerer Teenager gefühlt und aufgeführt hätte. Neben dem Plot und der grandiosen Darbietung der Hauptdarstellerin, überzeugte der Film durch seine Atmosphäre, die Filmmusik, die authentischen Dialoge und seine Machart (u.a. Zeichentrick-Szenen). Doch vor allem mit Juno konnten sich viele Teenager identifizieren, wobei der Film auch Eltern von Teenagern angesprochen hat.
Auch ich habe direkt mit Juno sympathisiert und habe mich auch mit ihr identifiziert, zumahl sie starke Parallelen zu meinem frühen Teenager-Ich aufwies. Auch ich trug Holzfällerhemden, Hoodies, hörte Rock- und Grungemusik und trat oftmals burschikos auf. Aus diesem Grund wurde ich von da an Fan von Ellen Page, die mich auch in „An American Crime“ und „Inception“ überzeugt und begeistert hat. Als sie sich wenige Zeit später als lesbisch geoutet hat und zu einer wichtigen Figur innerhalb der Gay-Community mutierte, war sie für mich eine Heldin, da sich nicht viele Schauspielerinnen in Hollywood trauen diesen Schritt zu tun. Noch immer hat man in Hollywood als Frau den größten Erfolg, wenn man hetero, groß, schlank, jung, vollbusig und weiß ist.
Als ich gehört habe, dass sie sich nun als transgender geoutet hat, war ich mehr als überrascht und auch irritiert, da ich es ähnlich wie bei Mina Caputo (ehemals Keith Caputo, Sänger der Band „Life Of Agony“) nicht hatte kommen sehen. Ich war irgendwie überrumpelt worden mit dieser Nachricht. Bei Lorraine London (ehemals Lorenzo von Staffel2 bei DSDS) dagegen war ich irgendwie vorher schon drauf eingestellt. Mit Mina Caputo und „Life Of Agony“ bin ich in den 90er-Jahren groß geworden und mit Ellen/Elliot Page auch. Im Internet jedoch, schrieben alle, sie hätten es angeblich kommen sehen und waren null überrascht.
Anschließend habe ich mich gefragt, weshalb ich es bei Mina Caputo und bei Elliot Page nicht habe kommen sehen. Vielleicht, weil ich feminine Männer oder burschikose Frauen nicht automatisch als homosexuell oder transsexuell sehe oder sie nicht dahingehend kategorisiere. Sie können einfach sein wie sie sind. Ich stempel eine Frau mit weiten Klamotten nicht automatisch als homo- oder transsexuell ab, da ich selbst weite Kleidung mag und sie in der Hip Hop Szene bei Frauen an der Tagesordnung sind. Selbst Thomas Anders habe ich entgegen des Mainstreamdenkens nicht als homosexuell abgestempelt, nur weil er feminin war und Lipgloss verwendet hat. Warum dürfen Männer keinen Lipgloss tragen? Darf man heutzutage nicht mehr androgyn oder unisex sein? Nach meiner Vorstellung ist alles erlaubt: geschlechtsneutrale Kleidung, eine Geschlechtsangleichung, sich als Frau auch mal maskulin geben oder als Mann feminin. Prinzipiell mache ich mir einfach nie soviel Gedanken über die Sexualität eines Menschen, egal welche Hobbys er hat oder welche Kleidung er trägt. Doch man merkt an vielen Stellen, dass viele Menschen heutzutage noch immer in Klischees denken und Menschen schnell verurteilen oder in eine Kategorie stecken. Eine Frau, die Fußball spielt, wird von der hetero-Mainstreamgesellschaft direkt als homosexuell betrachtet. Doch das sollte längst nicht so sein. Warum dürfen Mädchen nicht Fußball spielen?
Ein schönes Beispiel liefert meine Tochter. Viele halten sie für einen Jungen, obwohl sie eindeutig wie ein Mädchen aussieht. Als ich nachfragte, warum diejenigen es dachten, antwortete man mir „Weil sie so wenig Rosa trägt und keine Zöpfe hat!“ Dieses Statement hat mich mehr als irritiert und ich entgegnete „Ich trage auch kein Rosa und hab heute ein Baseballcap auf. Bin ich jetzt ein Junge? Oder sind die Männer mit Dutt, aufgrund des Dutts, jetzt Frauen?“ Verständnislosigkeit bei mir. Da muss wohl noch einiges getan werden.
Bis jetzt herrscht im Spielzimmer und im Kleiderschrank meine Tochter weder ein Rosa- noch ein Blauüberschuss, da dies einfach nur zwei Farben sind und nicht mehr. Alles ist kunterbunt. Grün, lila, schwarz, rot, gelb. Und wieso sollte ich meiner Tochter Kleidchen oder Röcke anziehen, wenn es unpraktisch ist und alle erwachsenen Frauen meistens Hosen tragen? Wenn meine Tochter irgendwann den Wunsch äußern sollte, sie wolle alles Glitzer, wolle ein TüTü tragen und ihre Wände rosafarben, dann darf sie es selbstverständlich tun. Doch solange sie noch keine Präferenzen äußern kann, versuche ich ihr Spielzeuge aller Art anzubieten, d.h. sie hat in ihrem Repertoire sowohl Puppen und Barbies, als auch Dinos und Autos. Sie trägt jungenmäßige Hoodies, Mädchenleggins und zu besonderen Anlässen auch mal ein Kleidchen. Ich bin da nicht so, dass ich auf „geschlechtsspezifische Farben, Kleidung oder Spielsachen“ schaue, wie anscheinend noch viele Menschen. Für mich ist alles unisex. Meine Tochter darf später Ballerina oder Klempner werden, hauptsache sie wird glücklich. Sie soll ihre Richtung selbst bestimmen, ohne das ich ihr etwas aufzwinge (z.B. meine Lieblingsfarbe Schwarz). Was stimmt mit diesen Menschen nicht? Muss meine Tochter wie eine Barbiepuppe gekleidet sein oder sich wie die Mädchen in den USA schon mit 5 Jahren schminken?
Mein Fazit ist: Soll sich jeder kleiden und definieren wie er will. Doch wir müssen uns auch von alten Klischees lösen. Nicht jede Frau, die einen Hosenanzug trägt möchte ein Mann sein. Nicht jeder Mann, der gerne Strapse trägt, möchte eine Frau sein. Auch wenn es einige gibt, die es doch wollen (siehe Lorraine London). Die Welt ist so bunt und so unterschiedlich sind auch die Menschen. Es ist nicht alles Rosa oder Blau.
In Bezug auf Elliot Page denken ich, dass ich einfach traurig war, dass mit der Geburt von Elliot Page nun eine cool Frau weniger existiert. Es gibt so wenige coole Frauen im Showbusiness. Doch zumindest bleiben noch Shirley Manson, Avril Lavigne, Pink und MC Lyte usw. Ich verstehe auch nicht, weshalb diese Geschlechtsumwandlung in den USA für soviel Furore sorgt. Bei uns in Deutschland geschieht es irgendwie permanent und ist kein Big Deal mehr. Wie dem auch sei. Ich wünsche Elliot Page alles gute für die Zukunft und bin als Fan sehr gespannt auf seinen neuen Film.
Ich oute mich jetzt mal. Ich bin durch und durch ein Royal-Fan. Neben Lady Diana, bin ich vor allem ein Prinz Harry und Queen Elisabeth Anhänger, wobei mein Herz auch für Prinz Phillip, Prinz William und Kate schlägt.
Selbstverständlich habe ich am 9. September 1997 die Trauerfeier von Lady Di, der Princess Of Wales and Queen Of Hearts, live am Röhrenfernseher verfolgt. Es war unfassbar traurig, da Diana vielen Menschen Hoffnung gegeben hat und alle Welt mit ihr gelitten und mitgefiebert hatte. Ich stand damals unter Schock und war gerührt als Elton John „Candle In The Wind“ sang. Wenige Tage vorher hatte man erfahren, dass sie einen neuen Liebhaber hat, bei dem es sich um den Frauenheld Dodi Al Fayette handelte (dem Sohn des Multimillionärs und Harrodsbesitzer Mohammed Al Fayette). Man war gespannt, ob Diana ihr Glück finden würde und wie es weitergeht. Doch es sollte anders kommen und ihre Odyssee endete ähnlich tragisch wie bei Gracia Patricia (Grace Kelly), nämlich bei einem tödlichen Verkehrsunfall.
Schon seit 1993 war ich Royalfan, da meine Mom ein Lady Diana Fan war. Nach ihrem Tod habe ich alles rund um die Windsors, aber vor allem rund um Harry und William verfolgt. Schließlich sind das die Söhne von Diana. Aus diesem Grund war ich auch wieder vor dem Fernseher als William seine Kate Middleton ehelichte. Es war ein Event, dem ich regelrecht entgegenfieberte. Im Jahr 2018 habe ich dann die langersehnte Hochzeit von Harry und Meghan live mitverfolgt, wobei ich mich sehr für sein Liebesglück gefreut habe.
Und so war ich auch heute wieder vor dem Fernseher als Prinz Phillip zu Grabe in Windsor Castle getragen wurde. Die Nachricht von seinem Tod, hat mich tief erschüttert, auch wenn dieser Mann bereits 99 Jahre alt war. Sofort musste ich an Queen Elisabeth denken, die ihren geliebten Ehemann und Seelenpartner verloren hat. Die Trauerfeier hat mir sehr gefallen und hat mich sehr gerührt. Sie wurde würdevoll durchgeführt und hat mich bewegt, da mir diese Familie über die Jahre ans Herz gewachsen ist.
Ich will mir im Gegensatz zur Bildzeitung, Portalen wie Promisflash oder anderen Medien, kein Urteil über das Verhältnis zwischen Harry, seinem Bruder und dem Rest der Familie erlauben. Ich hoffe jedoch, dass dieser Schicksalsschlag die Familie wieder zusammenbringt.
Ich habe mich während der Trauerfeier ganz auf die Zeremonie und Phillip konzentriert und nicht auf den Gossip rund um Harry und Co. Es war trotz Corona eine sehr schöne Trauerfeier und der Wagen, in dem der Leichnam von Phillip gefahren wurde, war wirklich cool. Alle sahen tieftraurig aus und man hatte und hat das Gefühl, dass nichts mehr so sein wird wie vorher. Überrascht war ich über den sonst so harten und emotionslosen Charles, der die Tränen kaum zurückhalten konnte. Doch am meisten haben mich die Tränen der Queen schockiert. Eine Frau, die ich noch nie zuvor habe weinen sehen, hatte feuchte Augen und ich habe mit ihr gefühlt.
Ich wünsche der Familie viel Kraft in der Trauer und vor allem der Queen. Ich hoffe sie wird nicht so einsam ohne ihren Seelenpartner sein. Alles gute Queen Elisabeth.
R.I.P. Prinz Phillip. Du warst cool. :-.(
Sie sind schwanger! Ein Satz der alles verändert hat. Ich? Eine Frau, die niemals schwanger werden wollte war es nun. Von einem Tag auf den anderen musste ich mich umstellen. Kein Alkohol mehr und keine Medikamente bis zur Entbindung. Es war Dezember und kein Glühwein war nun erlaubt. Im Januar kam auch noch eine Erkältung, die ich aus eigener Kraft, ohne Zunahme von Tabletten kuriert hatte. Auf einmal schmeckte mir Kaffee nicht mehr. Kaffee, mein Lebenselixier, war nun ungeniessbar.
Doch am schlimmsten waren die Gespräche bei der Caritas und die mit anderen Müttern. „Willst du stillen?“, „Wo soll das Bettchen hin?“, „Willst du das Geschlecht schon vorher wissen?“, „Hol dir ein Stillkissen!“, „Sie brauchen einen StillBH!“, „Erstausstattung muss ab dem 5. Monat besorgt worden sein!“, „Wollen sie eine Spontangeburt?“, „Wo willst du entbinden?“, „Melde dich jetzt schon bei Littlebird für eine Kita an!“ oder „Hast du schon einen Namen?“.
All dies prasselte auf mich ein und das einzige was ich mich fragte war „Wo ist die nächste Toilette? Und was zum Teufel sind Stillkissen und Littlebird!“ Ich selbst war längst angrybird. Doch es wurde nich schlimmer, denn ich traf auf eine Spezies, die ich bislang nur aus dem Fernsehen kannte. Ich traf auf eine perfekte Mutter.
Herablassend sah mich diese Frau an, deren Lebensinhalt Windeln, Haushalt und GuteNachtGeschichten erzählen waren. Vier Stück hatte sie und alle auf natrüliche Weise zur Welt gebracht. „Du wirst ein ganz anderer Mensch, nachdem dir dieses Bündel in die Hand gedrückt wird. Ich zum Beispiel gucke keine Horrorfilme mehr, denn man wird sensibler durch die Hormone!“ Oh mein Gott, dachte ich. Ist das wirklich so schlimm? Werde ich Sex and Crime nun für immer abschwören, nur weil ich Mutter werde? Ich sah zu meinen Postern an der Wand. Larry Flynt, Tarantino und Marilyn Manson lachten mich an. Nein, die kann und werde ich nicht aufgeben.
Selbstverständlich rieten mir alle zur Spontangeburt. „Du musst das Baby spüren. Du musst den Schmerz spüren!“ sagte die perfect Mom, während sie ihe Brust vor mir rausholte und ihren mittlerweile 18Monate alten Bengel stillte. „Muss ich das?“ fragte ich stirnrunzelt. Ich war zwar nicht „to push to push“, aber den Horror, den ich im Film so liebte, musste ich doch nicht am eigenen Leib erfahren. „Das Kind bekommt eine Anpassungsstörung, wenn du eine Sectio vornimmst. Ja. Kaiserschnitt zerstört dein Kind.“ Alle wollten sie mich umstimmen, selbst die Frauen im Krankenhaus. Sind sie sicher? Circa 30mal wurde ich das bei der Terminbesprechung gefragt. „JA. Ich bin mir sicher. Ich will das Kind auf keinen Fall natürlich auf die Welt bringen!“ Die perfect mom sah mich an, als ob ich Satan persönlich wäre. Niemand verstand mich, was mir egal war. Doch dann rief ich eine Freundin an die Kinderkrankenschwester und Hebamme zugleich war. Sie sagte „Mach nur Kaiserschnitt! Bitte vertrau mir!“ Endlich jemand, der mich verstand. Und es war die beste Entscheidung meins Lebens.
Nach dem Kaiserschnitt kam der Schmerz, doch schon einen Tag später lief ich rum. Nun standen andere Probleme an. Das Baby lag im Bett, ich hatte noch kein Beistellbett und alle wollten, dass ich Stille. Ich konnte es nicht und wollte es nicht. Ich empfand es als unnatürlich. Wieder sahen mich alle an, als sei ich vom Mars. Ich weiß zwar selten was ich will, aber ich weiß genau was ich nicht will…
To be continued
Seit Jahren schreibe ich zu Hause an meinem Laptop an mehreren Romanen aller möglichen Genres. Jedoch konnte ich bislang noch keinen davon fertigstellen, weshalb eine Romanveröffentlichung noch in weiter Ferne liegt.
Aus diesem Grund habe ich einen VHS-Schreibkurs belegt, der mich dazu motivieren soll, da weiter zu machen, wo ich vor der Geburt meiner Tochter aufgehört habe. Selbstverständlich hatte es auch mit dem Lockdown zu tun, da man bestimmten Hobbys nicht mehr nachgehen konnte. Deshalb wollte ich die Zeit zu Hause für etwas sinnvolles nutzen. Der Kurs dient mir dabei primär als Ansporn, als Motivationsspritze und dazu ein konstruktives Feedback zu erhalten. Methoden zum Plotten und zum Überarbeiten kannte ich entweder durch mein Literaturstudium sowie durch diverse YouTubeChannels. Der Schreibkurs hat mir dabei geholfen, mein Repertoire noch ein wenig auszuweiten.
Bereits an der Universität habe ich mehrere Schreibkurse belegt, die zum Teil sogar von Schreibdidaktikern durchgeführt wurden und von denen ich bis heute beim Schreiben profitieren kann. Vor allem standen dort Schreibanlässe, aber auch das Thema Schreibblockaden im Vordergrund. Die Schreibprobleme lernte ich mithilfe jener Kurse zu bewältigen. Einige der Tipps werde ich unten noch einmal angeben.
Doch nun leide ich keineswegs mehr unter Schreibblockaden, sondern unter Zeitmangel. Die Zeit sitzt mir, bedingt durch meine Tochter sowie durch Schicksalsschläge, einfach im Nacken. Ein weiteres Problem ist, dass ich während des Schreibens und während der Überarbeitungsphase, direkt wieder 100 neue Ideen für neue Szenen oder gar für neue Buchprojekte habe.
Als ich der Leiterin meines Schreib-Kurses von diesem Problem berichtete und sagte „Meine Bücher sind wie Kinder. Ich kann keins dem anderen vorziehen. Ich weiß nicht mit welchem Buch ich weitermachen soll!“ Daraufhin antwortete sie mir „Aber alle Kinder auf einmal gebären kann man nicht!“. Und damit hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich sollte mich einfach auf ein Buch konzentrieren, da ich sonst niemals mit irgendeinem Buch fertig werden kann. Coronabedingt findet der Kurs nun nur noch als Online-Kurs statt, was auch viele technische Probleme mit sich bringt. Bis Juni werde ich den Kurs noch durchziehen, um meinem Ziel Fertigstellung eines Romans, endlich ein Stückchen näher zu kommen.
Abschließend noch einige Tipps gegen Schreibblockaden und für Motivation:
- den Klappentext des Romans/ Buches oder Essays an die Pinnwand hängen
- aufhören an einer Stelle zu schreiben, an der man nicht weiterkommt und einfach an einer anderen Stelle weitermachen
- einfach den letzten Traum oder Tagesablauf aufschreiben, da daraus auch wieder eine neue Szene oder eine Romanidee entstehen kann
- sich den Text durchlesen oder überarbeiten, solange man die Blockade hat
- Schreiben nach Musik oder nach Bildern ausprobieren
- kurze „Phasen“ für das Schreiben schaffen (z.B. 20 Minuten für Kapitel 2, 10 Minuten für den Dialog in Kapitel 3)
- nur kurz schreiben und viele Pausen machen (Beispiel: 30 Minuten schreiben, dann etwas essen, 40 Minuten schreiben und dann 40 Minuten Sport machen usw.)
Und abschließend wünsche ich allen viel Spaß beim Schreiben! :-.)
Die Nacheulen, Telefontalk- und Domianfans haben lange darauf gewartet, nun geht es tatsächlich weiter mit Domian im WDR. Alle 14Tage gegen 23.30Uhr im WDR kann man Domian wieder anrufen und ihm Geschichten aller Art erzählen oder ihn um Rat bitten. Zudem soll es einen Podcast geben.
Die DomianFanGemeide freut sich sehr darüber, da dieser Talkmaster so etwas wie ein Fels in der Brandung ist. Eine Konstante, die einen ein lebenlang begleitet und jemand der immer da ist. Domian ist ein Phänomen im deutschen Fernsehen, da niemand mit einer solchen Ausstrahlungskraft und Hingabe, ein solches Format stämmen kann. Das Besodnere an der Sendung war und ist die Vielschichtigkeit. Banale Alltagsthemen, Corona und Themen wie der Tod werden in einem Pott gepackt und nebeneinander diskutiert. Dadurch fühlt sich jeder angesprochen und viele lernen neue Themen dadurch kennen.
Viele Menschen mit muslimischem Hintergrund haben durch Domian den Mut gefunden sich als homosexuell zu outen, während eine ältere Dame Domian erzählt hat, dass sie durch ihn gelernt hatte Homosexuelle zu lieben und zu akzeptieren. Domian leistet also einen Beitrag zur Veränderung im Denken der Menschen, hat somit auch eine aufklärende Funktion und gesellschaftliche Relevanz.
Niemand außer Domian schafft es so viele Generationen, Kulturen und Communities zu vereinen. Er hat es geschafft. Domian hat sich Respekt erarbeitet, da viele Menschen ihn als moralische Instanz oder Autorität betrachten. Es ist seine liebevolle und tolerante Art, die alle Menschen in den Bann ziehen. Deshalb freue ich mich sehr, dass es weitergeht mit dem Nachttalk.
Man kennt diese Situation. Es ist Lockdown und man sitzt wie eine Trantüte zu hause und zappt. Finden tut man nichts, weil ständig Wiederholungen laufen und man die DVD-Sammlung x-mal durch hat.
In diesen Momenten kommt einem die gute alte Zeit in den Sinn und man erinnert sich an seine Lieblingsserien der Kindheit zurück. Mir kommen da immer automatisch „Mein Vater ist ein Außerirdischer“ oder „Full House“ in den Sinn. Dann denke ich immer daran, weshalb so gute Serien wie „California Clan“, „Eine starke Familie“, „Moesha“ oder „Wer ist hier der Boss?“, nicht mehr ausgestrahlt werden. Stattdessen laufen „Die Nanny“ und „The fresh Prince“ rauf und runter. Auf Wunschliste.de kann man diese Wünsche äußern, aber erfüllt werden sie nur selten.
Doch bei meinen TV- WÜNSCHEN ist es nich viel schlimmer, denn ich wpnsche mir die beiden in Vergessenheit geratenen Mini-Serien „Teen Angel“ “ (dt. „Teen Engel“) und „Edda und Didrik“ (schwedisch „Ebba och Didrik“) zurück. Diese beiden Serien wurden nur ein einziges mal ausgestrahlt, nämlich Anfang der 90er Jahre.
Rückblick: Es ist circa 1991 und der Disneyclub, moderiert von Antje, Ralf und Stefan läuft. Eine neue „Kurzserie“ mit dem Titel „Teen Engel“ wird angekündigt. Alle in den 1980er Jahren geborenen Kids haben diese Serie verfolgt und sie über alles geliebt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein jugendlicher Außenseiter namens Denis, dessen größte Probleme darin bestehen, dass er keine Freundin hat und zu keiner coolen Clique gehört. Doch er bekommt Hilfe aus dem Jenseits und zwar von einem jugendlichen Engel, dem Teen Angel. Bei diesem Jungen handelt es sich um einen 17jährigen, der 1959 bei einem Verkehraunfall wegen schnellen Fahrens ums Leben kam. Er befand sich 30 Jahre lang im Fegefeuer und erhält nun die Chance anderen Jugendlichen aus der Patsche zu helfen. Er soll ihnen Ratschläge geben und die beschützen, wie eine Art Schutzengel.
Gespielt wurde der Hauptcharakter von niemandem geringerem als Jason Pristley, dem späteren Star der Kultserie Beverly Hills 90210. Ein Jahr vor seinem Durchbruch entstand diese Miniserie, die zufällig Tori Spelling in ihrer Villa in Bel Air mitverfolgt hat. Als ihr Vater, der berühmte Aaron Spelling, eine Highschool-Serie plante, schlug ihm seine Tochter Tori vor Jason Priestley für die engere Wahl des 90210-Casts in Erwägung zu ziehen. So überzeugend fand Tori Jason damals in der Rolle.
Mich hat die Serie angesprochen, da ich ein Lederjacken, Jukebox, Teenieserien und 1950er-Jahre Fand bin. Zudem hatte Jason einen gewissen James Dean Touch, was ebenfalls einen gewissen Reiz hat.
Bis heute haben Menschen vergebens darum gebeten Teen Angel noch einmal auszustrahlen. Auch auf der Seite Wunschliste.de wurde dies des öfteren vorgeschlagen. Ohne Erfolg. Ich selbst habe das Internet danach abgeklappert und lediglich eine einzige Folge bei YouTube gefunden. Es ist so unfair. Manche Serien werden in Endlosschlaufe wiederholt und andere nur ein einziges mal ausgestrahlt. 🙁
Noch mehr trauern wir Kinder der 80er, der schwedischen Serie „Ebba und Didrik“ hinterher, die ebenfalls nur ein einziges mal 1991/1992 bei einem öffentlich-rechtlichem Kanal ausgestrahlt wurde. Sie handelt von einem Geschwisterpaar mit den Namen Ebba und Didrik, die beide Erfahrungen mit der ersten großen Liebeb sammeln. Während Ebba sich in einen Millionärsjungen verliebt, hinter dem alle Mädchen her sind, verliebt sich Didrik in Irla. Das Problem ist, dass Irla 24 ist und Didrik gerade einmal 12 Jahre. Sie ist unerreichbar für ihn. Diese großartige Serie hat ebenfalls tausende von anderen Zuschauern berührt, da man häufig auf Leute im Internet stößt, die dies äußern und die Serie ebenfalls suchen. Auch hier liegt ebenfalls nur eine einzige Folge auf Youtube vor und das auch noch auf schwedisch ohne Untertitel.
Mein Aufruf lautet: Wenn jemand einen Weg kennt, wie man an diese Serien kommt oder sie selbst auf VHS aufgezeichnet hat, dann bitte ich denjenigen sich bei mir zu melden. Wieso gibt es soviel Unfug im TV und wieso werden so tolle Sachen nur ein einziges mal ausgestrahlt?
Solange die Serien nicht wiederholt werden vertröste ich mich noch mit meinem Buch „Ebba und Didrik“, welches ich einmal auf dem Flohmarkt ergattert habe.
GEZ fast 20Euro monatlich. Und was bekomme ich dafür? Dokumentationswiederholungen, Tagesschau sowie abendliche Talkrunden mit ein und denselben Leuten. Ach, und den Fernsehgarten oder Silbereisens Schlagerparade. Auch immer mit denselben musikalischen Gästen.
Für die Privaten zahle ich 10 Euro im Monat. DVBT2. Toll, auch nicht besser! Hartz4-TV, Realityformate sowie endlos Wiederholdungsschleifen von McGyver, 2BrokeGirls, FixerUpper, How I met your mother, CSI, Bones oder Unsere kleine Farm. Netflix hab ich nicht. Dafür 200 DVDs, die ich alle dank Lockdown auswendig kann. Hab die während Corona alle drei mal durch und schaue sie mir nun auf Englisch an. Bin selbst nach dem vierten mal gucken immer noch wütend über SATC2.
Doch ab 20.15Uhr ist Primetime angesagt, was mich freut, da ich schon seit längerem in einige der neuen Fernsehformate reingucken wollte: The Masked Singer, Promis unter Palmen, Paula kommt oder gar I Can See your Voice.
Mal sehen, was es heute gibt. Greife zur Fernbedienung. Zappe. Zuerst trällern Kinder bei The Voice Kids. Weg damit. Next channel. Dann sehe ich irgendwelche Wahnsinnigen, die es mit Ehefrau und Sexdolls gleichzeitig tun bei Paula kommt. Weg damit. Next Channel. DSDS ist zu ende, fällt mir dann auf. Wie es wohl mit dem Format, Gottschalk und RTL weitergehen wird? Niemand weiß es, da RTL eh dabei ist von Sat1 überholt zu werden. Sat1 hat sich gemausert, auch wenn Luke Mockridge mich nicht wirklich zum Lachen bringt. Doch das RTL-Pendant ist noch unlustiger. Oliver Pocher, über den ich mich hin und wieder mal ärgere. Ich war schon fast am Ende beim Zappen und wollte aufgeben.
Plötzlich zappe ich zu meinem aktuellen Lieblingssender Sat1 und lande bei der ersten Folge von Promis unter Palmen 2021.
Hmm. Purer Trash! Doch ich schaue weiter, auch wenn mein Finger schon eine nervöse Zuckung zum Wegschalten aufweist. Dann maschieren die Kandidaten ein: Julia Siegel, Patricia Blanco, Prinz soundso, Willi Herren, Chris, Melanie Müller und irgendwelche jungen tattoowierten oder muskelbepackten jungen Leute, die keiner kennt und die einfach nur nerven. Ocha! Na, das kann ja heiter werden! Eine explosive Mischung. Längst bin ich Masochist, denn dieser Wahnsinn unterhält mich, obwohl er mich gleichzeitig quält. Die Vorschau mit den Ausrastern der C-Promis und Pleitegeiern macht mich zudem binnen 12 Minuten zum Voyeur, wie damals beim Gucken von Jerry Springer. Ich bin schockiert über mich selbst, denn dieser Trash unterhält mich tatsächlich mehr als die letzte Ausgabe des Literaturclubs.
Schon nach 40 Minuten der erste Skandal. Ein Transgender unterhält sich mit dem „Prinzen“, der Statements vollgespickt mit Homophobie at its best, vom Stapel lässt und das vor einem Millionenpublilum. Der Prinz demaskiert oder scripted reality, um die Quoten zu steigern? Eine Diskussion auf dem Steinzeitalterniveau beginnt und das mitten im Jahr 2021. Am nächsten Tag sollte dieser Vorfall hohe Wellen in der Gay- und TransCommunity schlagen. Ich fühle mich auf das Niveau der Talkshows a la Bärbel Schäfer zurückgeworfen. Und noch immer. Ich ärgere mich zum ersten mal nicht über Dummheit, Niveaulosigkeit oder das Showformat. Ich quäle mich durch und amüsiere mich dabei prächtig.
Wenig später der nächste Streit. Melanie Müller vs. Muskelprotz. Lach. Zwischendurch Sexsells und sinnlose Challenges. Patricia Blanco stolpert andauernd und Julia Siegel hat eine Midlfecrisis. Herrlich. Willi Herren und der Prinz sind dauerbetrunken. Und noch immer. Ich habe mich schon lange nicht mehr so unterhalten und abgelenkt gefühlt. Ich lache öfter auf und schüttel zwischendurch den Kopf darüber, wie unterirdisch sich die Teilnehmenden aufführen. Doch ich kann nicht aufhören es zu gucken, da der Dschungel sowas schon lange nicht mehr zu bieten hatte. Hut ab Sat1! Ihr habt die größten Wahnsinnigen, die narzisstischsten Profilneurotiker zusammengewürfelt, um Lachen und Ärger zu vereinen. Denn das will und braucht der moderne TV-Zuschauer. Sich über andere lustig machen oder sich über jeden Hinz und Kunz aufregen.
Während der Ärger bei den Kandidaten steigt, steigt parallel dazu das Amüsement beim Fernsehzuschauer. Ich lache einfach, weil ich zum ersten Mal seit langem nicht mehr an meine eigenen Probleme denken muss und ärgere mich zum ersten Mal nicht über einen solchen Quatsch. Im Gegenteil! Ich will mehr davon.
Werbepause. Ich scrolle kurz Facebook durch, wo die Ressonanz auf die Sendungen überwältigend ist. Auch der homophobe Prinz hat die Socialmedia-Plattform fest im Griff und sogar eine Diskussion über Diskriminierung von Homosexuellen ausgelöst.
Ich schalte nächstes mal wieder ein lautet mein Resümee dieses glorreichen Fernaehabends. Bis dahin schaue ich mir auf Olivia Jones‘ Facebookseite an, um alle Reaktionen der Gay- und Transcommunity zum „Prinzen“ nachzulesen. Olivia hat wie immer Recht und bekommt einen Like von mir. Sie prophezeit dem Prinzen, dass dies noch ein Nachspiel haben wird.
Ich lege mich schlafen. Das Lachen und Ärgern der Zuschauer geht nächste Woche in die Verlängerung!
Mal wieder unterwegs mit Kinderwagen. Kind ist topgestyled. Modernes rosa Jäcken, dazu die passende edle Markenjeans und die Winterschuhe von Elephant. Meine Tochter sitz fest im überteurem ABC-Design-Kinderwagen und trinkt genussvoll aus ihrem neuen Fläschchen, während ihre schwarzen Locken vom Wind durcheinandergewirbelt werden. Die alte Frau, deren Lächeln durch die Coronamaske bis ins Herz meiner Tochter dringt, bekommt fast Tränen in die Augen, als ihr meine Tochter Zoey winkend zulächelt und losbrabbelt. Alle sentimental geworden 1 Jahr n. Cor.! Ich fühl mich gar nicht gut, während ich mir einen kräftigen Schluck aus dem StarbucksThermobecher genehmige. Zuviel Kaffee und zu wenig Schlaf. Doch Koffein ist besser als Paracetamol hatte ich festgestellt. So ein Jammer, dass das Wetter zu bescheiden ist, um auf deb Spielplatz zu gehen. Der April 2021 ist der Monat de4 drei Jahreszeiten.
Noch drei Minuten bis der Bus kommt. Bis dahin muss ich die Hälfte des Kaffees schaffen, denn im Bus ist nichts mit Kaffee. Da gilt die Maskenpflicht.
Ich kriege einen Schreck als ich plötzlich meine Reflektion in der Haltestellenscheibe sehe. Schaue aus wie gerade aus dem Bett gerollt und in mein „Ein-Wochen-Outfit“ gejumpt. Karl Lagerfeld hätte bei dem Outfit gesagt, dass ich längst die Kontrolle über mein Leben verloren habe. Doch ich als Mutter denke praktisch. NoNameKlamotten! Ja, denn hauptsache das Kind schaut perfekt aus. Kaum Make-Up! Jawoll, denn unter der Maske sieht man eh kaum Gesicht. Fetthaare unter der KiK-Wollmütze versteckt. Ja, keine Zeit für ein Hairstyling heute. Nichts gegessen. Egal, hauptsache Kind ist wohlgenährt.
Bus kommt pünktlich und rollt mit voller Kraft an die Haltestelle. Aus den Gedanken gerissen, hüpfe ich schnell rein, um in der City mindestens vier meiner To-Do-Punkte von der ellenlangen Liste abzuarbeiten. Hab letztens noch ein YoutubeVideo gesehen mit Tipps für Gestresste, für an Zeitmangel leidende und für all diejenigen, die gerne erfolgreich wären. „Nehmen sie sich täglich nicht mehr als 4 Punkte vor. Denken sie in kleinen Schritten. Und glauben sie mir, nur DAS wird ihnen Erfolg bringen. Das Wenige, das sie schaffen, wird ihnen nämlich ein Glücksgefühl geben.“ So sagte es der Jungspund, dessen Mutter ich beinahe sein könnte, in seinem Youtubevideo. Ich versuchte diesen Vorschlag in die Tat umzusetzen, auch wenn der Junge aus dem Video halb so alt war wie ich. Ich hoffte es würde klappen, da ich bereits seit 3 Tagen vorhatte eine Mail abzuschicken. Für heute, hatte ich mir also vorgenommen: Mail schicken, Überweisungen durchführen, bei Real einkaufen und Anruf bei Firma X erledigen.
Der Bus fährt und fährt und ist noch immer fast leer. Kaum zusteigende Passanten. Da hilft nur ein Blick aus dem Fenster! Ich sehe, dass Corona hat seine Spuren hinterlassen. Die Straßen wie leergefegt und die Corona-Pickel in meinem Gesicht immer dicker. Der Körper immer weicher und die Hoffnung auf ein Ende von Click-And-Collect und Co. auf ein Minimum reduziert. Wenigstens die Coronapickel waren schön unter der Maske versteckt, während man mir meine Müdigkeit direkt an den Augenringen ablesen konnte. Junge, Junge! Morgens halbzehn in Deutschland und kaum Kinder auf den Straßen und das an einem Donnerstag. Während draußen genügened Raum ist, platzen an der Haltestelle vor dem Discounter auf einmal drei Rollatorfahrer in den Bus und eröffnen den Kampf um den Kinderwagenplatz. Dabei benehmen sie sich als hätten sie den Platz bereits gepachtet oder Monate vorher gebucht. „Bitte Abstand halten!“ schreit eine Omi mich an, weil mein Kind keine Maske trägt, während die beiden anderen Rollatorfahrer einsichtiger sind und weiterlaufen. „Ich war doch zuerst hier.“ entgegnet ich „Halten sie doch Abstand, aber bewahren sie Anstand!“ Die Frau weiß nicht, was sie darauf entgegnen soll und geht zur Seite auf die billigen Plätze und hält ihre Schnute für den Rest der Busfahrt.
Erst nach 30 Minuten am Ziel angelangt. Musste 3 Haltestellen weiterfahren, weil die Aufzüge am Berliner Platz nicht so funktionieren wie sie sollten und sich im Coronazeitalter niemand darum schert. Ab in die Spaßkasse, wo ich eine ellenlange Schlange vor den Terminals vorfand. Alle Menschen standen brav in Reih und Glied. Genau 1.5m voneinander entfernt. Tochter will auf einmal eine Wurst, während mein Magen immer noch knurrt. Nach 10 Minuten bin ich endlich am Schalter. Alle hinter mir können nicht glauben, dass ich drei Überweisungen in nur 3 Minuten fertigmache. Stolz wie Oscar komme ich aus der Bank und hake einen der vier To-Do-Punkte ab.
Ein Backwerk liegt auf dem Weg zum Realmarkt. Will den Magen füllen. Auch hier tote Hos. Die drei Kunden kaufen sich was, latschen dann drei Meter weg vom Backwerk, um die gekaufte Ware zu essen. Aber sie müssen aufpassen, da sie nicht zu nah an der Rathaus Gallerie stehen dürfen, da man dort aufgrund der Maskenpflicht auch nicht verzehren darf. Ich esse meinen Berliner Ballen hinter dem Backwerk, neben den drei muslimischen Männern, die Kaffee trinken, die nicht Abstand halten schreien und die ihre Masken abhaben. Zoey schaut mich traurig an. Will mitessen. Ich opfere die Hälfte des Berliners und bin immer noch hungrig.
Jawoll. Auf dem Weg zum Real hab ich endlich Zeit, um Firma X anzurufen. „Guten Tag. Aufgrund von Corona bieten wir keine persönlichen Termine an. Die Leitungen sind alle belegt. Bitte haben sie noch etwas Geduld. Einer unserer Mitarbeiter steht ihnen gleich zur Verfügung.“ lautet die Ansage. Doll. Setzte Headset auf, da ich nicht weiß wie lange die Wartezeit geht. 80erWarteschleifenmucke wird abgespult, während ich mir das Szenario vor dem Testzentrum reinziehe, vor dem sich eine 40m lange Schlange gebildet hat. Zehn Minuten später. „Haben sie noch etwas Geduld. Wir sind gleich für sie da!“ Super! Wieder 80er-Mucke. Mache noch Windowshopping als ich merke, dass meine Tochter die Buxe voll hat. Ab in die Wickelstation bei Clean and Fresh. Just in dem Moment als ich ihr die Windel anziehen will ertönt „Guten Tag, Firma X. John Doe hier am Appart. Was kann ich bitte für sie tun?“ Ich bitte den Kundenbetreuer darum, aus Kulanz zwi Minuten zu warten, damit ich meine Tochter wieder anzukleiden und in den Kinderwagen zu setzen kann. Nach exalt 50 Sekunden nehme ich den Hörer zurück ans Ohr. Nicht zu fassen. Der Kerl von Firma X hat aufgelegt. „Mist!“ sage ich. Ich rufe erneut an. Warteschleife. Egal! Jetzt mache ich noch den Anruf, während des Einkaufs bei Real und danach ab nach Hause. Ja! Nach 30 Minuten Einkauf und Anruf erledigt.
Muss schnell dem Bus hinterher und hab ihn knapp erwischt. Jaaa! Jetzt ist die Gelegenheit endlich die Mail abzuschicken. Doch daraus wird nichts, da mir mein Akku 5% anzeigt. Ich sehe in das lächelnde Gesicht meiner Tochter und sage „Dann muss die Mail noch warten bis du gleich Mittagsschlaf machst!“
Total geschafft zu Hause angekommen. Treppenstufebsteigen mit Zoey ist angesagt. Nach vier Minuten sind wir endlich Oben im 2. OG. Schnell Essen geben, Windel wechseln. Kind ins Bett legen. Puh. Sie schläft sofort ein. Endlich Zeit für mich. Ich hole meinen Block heraus und hake die drei Punkte ab. Einkauf erledigt, Anruf erledigt, Überweisungen erledigt. Ich erledigt. Schlafe ein. Muss die Mail am Abend schreiben oder morgen. An einem weiteren turbulenter Tag mitten im Lockdown.
Neueste Kommentare