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Tiefe Trauer um Jahn Hahn

Als die Meldung über Jan Hahns Tod kam, waren alle mehr als schockiert und vor den Kopf gestoßen. Vor allem ich als Riesenfan des Sat1Frühstücksfernsehens. Bereits in den 90er Jahren hatte ich es sporadisch geguckt. Regelmäßig jedoch erst seit 2006. Damals moderierten abwechselnd Karin Heinrichs, Simone Panteleit, Matthias Killing, Marlene Lufen und Jan Hahn. Im Jahr 2016 wechselte der blonde dynamische Hahn zu RTL, was ich dann weniger verfolgt hatte, da ich eben Sat1-Frühstücksfernsehenfan bin. Doch er war damals neben Matthias Killing mein Lieblingsmoderator gewesen.

Jetzt ist er unerwartet mit gerade einmal 47 Jahren verstorben, wobei nichts von einer Krankheit bekannt war. Erst hieß es, er sei „nach kurzer schwerer Krankheit“ verstorben. Bis zum nächsten Tag, wo bekannt wurde, dass er einem Krebsleiden zum Opfer fiel. Um welche Krebsart es sich handelte wurde bisher nichts gesagt.

Chris Tal hatte erraten, das Jan Hahn für einen Prank in seiner Sendung eingeplant gewesen sei und das er sich Anfang April krank gemeldet hätte. Seine Rückkehr war für Anfang Mai geplant.

Sowohl RTL als auch Sat1 zeigten rührende Andenken an Jahn Hahn, wobei vor allen Karin Heinrichs, Marlene Lufen und Simone Panteleit ihren Tränen freien Lauf ließen. Schließlich waren sie für einen Dreh rund um die Karl May Festspiele für Sat1 im Urlaub mit Jan Hahn gewesen. Überhaupt scheint das Sat1Frühstücksfernsehen wie eine große Familie zu sein. Die Kollegen haben zum Teil auch privat Kontakt und haben freundschaftliche Beziehungen zueinander.

In den letzten Jahren waren bereits einige aus dem Sat1-Frühstücksfernsehen Team verstorben, zuletzt Martin Haas, der Nachrichtenansager. Aus diesem Grund war ich mehr als schockiert, dass erneut jemand verstorben sei und dann erneut jemand unter 50 Jahren. Ich bin sehr traurig und kann die Trauer der Kollegen richtig mitfühlen. Jan, dessen Tochter genau so alt ist wie meine, wurde viel zu früh aus dem Leben gerissen. Heimlich hatte er gegen den Krebs gekämpt. Ich kann manchmal nicht fassen, dass er nicht mehr unter uns weilt. Er schien immer sehr vernünftig und lebensfroh zu sein. Er hat nie ein schlechtes Wort über andere verloren, was ich sehr an ihm geschätzt habe.

Ich wünsche seiner Familie und allen anderen Trauernden viel Kraft. 😥

R.I.P. Jan Hahn

White Privilege, White Passing, Racism in Reverse und das Problem mit dem Blackfacing

Blackfacing, Cisracial, Transracial, White Privilege, Colorism, Person Of Color, mixed race oder Blackfacing. Diese Begriffe fallen momentan ständig, jedoch wissen die wenigsten Menschen etwas damit anzufangen. Doch sie sind wichtig, denn die stehen im Kontext hitziger kontroverser Diskussionen rund um Rassismus und kulturelle Aneignung.

In diesem Beitrag sollen die Termini erklärt, die groben Zusammenhänge zwischen ihnen erläutert sowie die Aufregung über all diese Phänomene näher beleuchtet werden.

To be continued

YOG’TZE (das Bab-Rätsel): Der mysteriöseste Kriminalfall der deutschen Geschichte

YOG’TZE. Ein Wort dessen Bedeutung bis heute nicht geklärt wurde und das womöglich wichtig für die Aufklärung eines Mordes ist.

Rückblick ins Jahr 1984:

Günther Stoll ist Lebensmitteltechniker und seit kurzem arbeitslos. Er sitzt seither viel zu Hause und erzählt seiner Frau immer häufiger von einer Gruppe von Menschen, die angeblich hinter ihm her sei. Die Ehefrau macht sich zwar Sorgen, scheint die Aussagen ihres Mannes jedoch nicht ernst zu nehmen, da sie nicht die Polizei kontaktiert.

Eines Abends sitzt Günther Stoll in seinem Sessel vor dem Fernseher, während seine Frau auf der Couch liegt. Ein ganz normaler ruhiger Fernsehabend. Plötzlich sagt Günther Stoll „Jetzt geht mit ein Licht auf!“, holt einen Kugelschreiber und ein Blatt Papier heraus und kritzelt die Worte YOG’TZE aufs Papier. Anschließend streicht er die Buchstaben durch, quetscht das Papier zu einem Knubbel zusammen und wirft es diesen in einen Papierkorb. Er steht auf und sagt, er müsse noch los. Die Ehefrau versteht die Welt nicht mehr, da es bereits 22Uhr ist und sich ihr Mann wieder eigenartig verhält. Was will er so spät noch Draußen? Bereits seit längerem hat sie ein eigenartiges Verhalten an ihm registriert. Was sie nicht weiß ist, dass sie ihren Mann nie mehr wiedersehen wird.

Noch in der selben Nacht wird man ihn vollkommen nackt in seinem Auto auf der Autobahn zwischen Dortmund und Hagen Richtung Holland, in der Nähe einer Autobahnausbahnausfahrt, finden. „Sie sind weg. Sie waren eben noch da!“ sagt er den Polizeibeamten und stirbt. Die Polizei steht vor dem größten Rätsel der deutschen Kriminalgeschichte. Ein Fall der unter dem Begriff YOG’TZE bzw. unter dem Schlagwort „Das Bab-Rätsel“ bekannt wird.

To be continued

„Creepypastapunch“ und „Leeroy wills wissen“: Meine liebsten Youtubechannels

Ein junger Mann steht vor einer düster gestrichenen Wand. Im Hintergrund sind IKEA-Regale mit Comicfiguren zu sehen. Vor ihm steht ein Mikrofon. Sobald der junge Mann zu sprechen anfängt, hört man ihm wie hypnotisiert zu, da er mit seiner düster anmutenden Stimme, die mysteriösesten und gruseligsten Geschichten aller Zeiten erzählt. Es handelt sich um Creeypastapunch, einen der besten Youtubechannels im Netz, in dem die krassesten Schauergeschichten und reale Fälle präsentiert werden.

Am meisten begeistern mich die realen Fälle, die mysteriös erscheinen und wie bei X-Faktor schier unfassbar sind. Beispielsweise wird dort von Zeitreisenden, dem Mandela Effekt, der Baba Wanga, Horrorfilmmythen, urbanen Legenden (wie die vom Vielfraß oder den schwarzen Mann), dem Darknet oder von gruseligen Internetchallenges. Der Erfolg des Chanels hat viel mit der gruseligen Stimme und dem charmanten Wesen des Moderatoren zu tun. Aber auch die schlichte Darbietung und die gute Recherche überzeugen mich sehr.

Ein anderer Youtube-Channel, der mich thematisch und von der Moderation anspricht, ist „Leeroy Wills Wissen“. Dort greift der 24jährige Leeroy Mataka kontroverse Inhalte und Tabuthemen auf. Er führt Interviews mit Betroffenen wie Prostituierten, Pädophilen, Hexen, Blinden, Ex-Nazis, Obdachlosen oder Junkies durch. Dabei fragt er immer „Wie ist es… zu sein?“. Leeroys Channel findet immer mehr Beachtung und hat immer mehr Abonenten und Klickzahlen.

Mich spricht der Channel inhaltlich an, da die Themen aktuell, gesellschaftlich relevant und kontrovers sind. Zudem ist der Channel informativ. Aber vor allem gefällt mir die offene Haltung und positiv-wertschätzende Art mit der, der rollstuhlfahrende Moderator Leeroy, seinen Gästen begegnet. Er selbst ist seit seinem 5. Lebensjahr an den Rollstuhl gefesselt und kann sich durch seine empathische Ader gut in leidende Menschen hineinversetzen. Leeroy ist ein sehr junger und talentierter Bursche, der einen durch sein selbstbewusstes Auftreten und die Selbstverständlichkeit mit der er an sein Handykap rangeht, einen oftmals vergessen lässt, dass er mir im Rollstuhl sitzt. Ich könnte mir vorstellen, dass er Karriere machen könnte, da er ein authentisches Wesen hat und seine Ziele so zielstrebig verfolgt.

Ich hoffe es werden noch mehr Leute auf diese beiden Youtubechanels aufmerksam.

Walpurgisnacht und „Tanz in den Mai“: Die Nacht vom 30.04 auf den 01.05

An alle Wahnsinnigen, alle die gerne in den Mai tanzen und vor allem an alle die sich für Hexenkram interessieren. Heute Nacht ist Walpurgisnacht. Und das zweite Jahr in Folge verläuft, dass sonst so feuchtfröhliche und prunkvolle Fest aufgrund des Lockdowns still und in den eigenen vier Wänden.

Viele Fragen sich, was die kleine Hexe Lucy an einem solch gloreichen Abend treibt. Wenn sie (also ich) mal nicht tanzen geht, zündet sie zu Hause Kerzen an und celebriert dieses magische Fest, indem sie meditiert und ihre inneren Konflikte zu lösen versucht. Den Zauber dieser Nacht, ob er nun eine Einbildung ist oder nicht, man sollte ihn nutzen. Gleich schmeiße ich meine DVD „Hexenclub“ (engl. The Craft) und zelebriere alle Hexen dieser Welt, die sich an diesem Tag verbunden fühlen. Man sollte den Abend nutzen, um sich etwas fest vorzustellen und zu wünschen: die Genesung einer Person oder das eigene Glück. Alles ist erlaubt, außer jemanden zu verwünschen. Denn diese Nacht steht für das Zelebrieren der Freude und die Konzentration auf die eigenen inneren Kräfte. Wenn es einem hilft, dann kann es doch nicht falsch sein oder?

Deshalb wüsche ich allen eine schöne magische Nacht. Let the magic happen this night. Celebrate yourself and your life to the fullest… 🖤💜👻😈🍀

Transracial? Der Fall Rachel Dolezal

Eine Frau, circa ü40, steht vor einem Mikrophon. Sie hat dichtes lockiges Haar , dunkelblaue Augen und einen dunklen Teint. Mit ihren äußeren Features wirkt sie wie eine „person of color“. Es handelt sich um die Aktivistin Rachel Dolezal, die sich für die Rechte der Schwarzen in Amerika einsetzt. Sie wird gefragt, ob ihre Eltern Afroamerikaner sind. Die Frau wirkt nervös und scheint überrascht über die Frage. Sie antwortet „Ich habe ihre Frage nicht verstanden!“ und geht. Dolezal bejaht die Frage nicht, verneint sie aber auch nicht. Stattdessen sucht sie die Flucht. Das Video wird wenig später im Fernsehen ausgestrahlt. Direkt nach der Ausstrahlung melden sich die Eltern dieser Frau und offenbaren eine Woche später in einer Nachrichensendung, dass ihre Tochter weiss sei und das sie seit Jahrzehnten behauptet, „gemischtrassig“ zu sein. Die Eltern liefern Belege in Form einer Geburtsurkunde und Kinderfotos. Dieser Vorfall löst einen Skandal sowie eine heftige Diskussion aus. Durch die Schlagzeilen wird Rachel Dolezal über Nacht weltberühmt.

Das Leben der Aktivistin wird nun öffentlicht und Recherchen ergeben, dass Rachel tatsächlich jahrelang schriftlich angegeben hat, sie wäre eine „person of color“. Zu diesem Zwecke hat die naturblonde, hellhäutige und blauäugige Rachel ihr Äußeres optimiert. Durch Sonnenbank, dunkles Make-Up und die Veränderung ihrer Haarstruktur mittels Dauerwellen und Chemikalien, hat Rachel ihren Typ so verändert, dass man sie auf der Straße für eine Frau mit afroamerikanischen Wurzeln halten könnte. Oder hart ausgedrückt: Rachel Dolezal, die seit Jahren in der Black-Community aktiv war, wollte ihre Umgebung vortäuschen „biracial“ zu sein.

Rückblick: Rachel Dolezal war jahrelang Vorsitzende der NAACP, einer Organisation, die sich aktiv für die Rechte von Afroamerikanern einsetzt. Sie hat an der Howard-University studiert, auf die man nur zugelassen wird, wenn man afroamerikanische Wurzeln hat. In ihren Bewerbungspapieren für die Arbeitsstelle und das College hat sie angegeben schwarz zu sein und hat dadurch sogar ein Stipendium im Wert von 60.000 US-Dollar erhalten. Das heißt, das sie sowohl ihren späteren Job als auch ihr Stipendium, ohne die Angabe eine afroamerikanische Herkunft zu haben, nicht ergattert hätte.

Nach dem Interview ihrer Eltern sowie weiterer Aussagen ihrer Brüder und Freunde war es amtlich. Rachels Vorfahren sind alle weiss sind und die Frau hat ihr gesamtes Umfeld über Jahre getäuscht und angelogen. Dolezal hat finanziell und beruflich von ihrer Lebenslüge profitiert und durch die Täuschung bei der Aufnahme am College sogar Betrug begangen.

Als der Druck und die Beweislage zu hoch waren gestand Rachel öffentlich in einem Intervies, in Bezug auf ihre afroamerikanischen Wurzeln gelogen zu haben. Sie gab zu „Ich bin weiss, meine Eltern sind weiss und meine Großeltern auch. Aber ich fühle mich schwarz und bin im falschen Körper geboren. Ich identifiziere mich seit ich Teenagerin bin als schwarz. Ich bin transracial (dt. transrassisch)!“

Trans-Was? Fragten sich viele. Dolezal brachte ein Thema auf den Tisch, über das medial noch nie zuvor berichtet und das wissenschaftlich noch nie vorher aufgearbeitet wurde. Das Thema, ob es möglich sei, in der falschen Hautfarbe (auch Rasse) geboren zu sein bzw. sich einer anderen Hautfarbe zugehörig zu fühlen.

Die Öffentlichkeit reagierte erbost und mit Hass auf ihre Aussage. Sowohl weisse Amerikaner als auch die Black-Community zeigten kaum Verständnis für diese Frau. Für ihre Lügengeschichten nicht, aber auch für ihre Identitätswahrnehmung nicht. In Comedy-Shows wurde Dolezal auf die Schippe genommen, indem sich Comedians lockige Perrücken aussetzten und ihre Interviews ins Lächerliche zogen. In den sozialen Medien erhielt sie vor allem von der BlackCommunity einen Shitstorm. Einige sagten dies gehe über Blackfishing hinaus und es würde sich sogar um Blackfacing handeln.

Bei Blackfishing handelt es sich um eine modische Erscheinungsform bei der weisse Menschen, durch die Optimierung ihres Äußeren (dunkleren Teint, afrikanische Hairstyles), den Anschein erwecken dunkelhäutig zu sein. Kritiker von Blackfishing sehen darin eine Form kultureller Aneignung, also von dem Anschein wie eine „person of color“ zu wirken. Vor allem die Kardashians, aber auch Ariana Grande und Shirin David tun dies seit Jahren. Sie wollen anders als Justin Timberlake, Christina Aguilera oder Fergie, die lediglich afro-hairstyles verwenden, wie eine person of color erscheinen. Doch auch Fergie und Co. werden für kulturelle Aneignung angeprangert, also die Benutzung von Elementen anderer Kulturen in ihren Musikvideos. Blackfishing wird vor allem dafür kritisiert Schwarzsein als Modetrend auszunutzen, der nach gelieben wieder weggeschminkt werden kann. Blackfacing ist eine Praktik, die vor circa 100 bis 70 Jahren an Theatern und in Filmen angewandt wurde, um schwarze Menschen darzustellen. Weisse Menschen schminkten sich als schwarze Mensche, obwohl es damals bereits schwarze Darsteller gab, die diese Rollen hätten übernehmen können. Oftmals waren diese Performances rassistisch, da die Darbietungen stereotyp und verletztend waren.

So komplex und kontrovers diese Fälle schon sind, Rachels Fall ist noch komplexer. Diese Frau lebt jahrelang und täuscht ihr Umfeld eine Person Of Color zu sein. Sie lebt aber nicht nur eine Lüge und profitiert nicht nur finanziell davon, sondern sie identifiziert sich als Afroamerikanerin. Beim Blackfacing und blackfishing legen die Menschen ihre „Maske“ irgendwann ab. Rachel lebt und will weiterhin so leben wie bisher, als eine schwarze Frau.

Die meisten Menschen empfinden Dolezal als psychisch krank oder sind überzeugt sie würde am Münchhausen-Syndrom leiden. Andere (und es sind wenige) empfinden Mitleid für sie oder sehen sie als starke Frau, die Gutes getan hat, weil sie sich für die Rechte der Schwarzen eingesetzt hat. Doch die meisten empfinden ihr Betragen als einen Schlag ins Gesicht für die Black-Community.

Doch was denke ich? Ich sehe sie nicht als blackfisher, blackfacer oder extrem psychisch krank, sondern als „diffuse Persönlichkeit ihrer Identität betreffend“. Teilweise erkenne ich Ansätze eines Münschhausen-Stellvertreter-Syndroms (Menschen, die Krankheiten anderer vortäuschen, um soziale Leistungen in Anspruch zu nehmen) oder eines gewöhnlichen Münchhausen-Syndroms (Menschen die durch Lügen Aufmerksamkeit erhaschen wollen).

Immer wieder frage ich mich: Ist es möglich als weisser Mensch geboren zu sein und sich schwarz zu fühlen? Meine Antwort ist, dass ich es nicht weiß, da ich kein Psychologe, sondern Pädagoge bin. Deshalb kann ich nur beurteilen, inwiefern ihre Erziehung und Sozialisation dazu beigetragen haben diese Identitätsdiffusion aufgebaut zu haben oder weshalb sie zu einer Lügnerin mutiert ist. Im Gegensatz zum Transgender ist Transracial noch keine anerkannte Sache, was nicht heißt, dass es nicht anerkannt werden könnte. Ich bin noch unschlüssig, vor allem da die blackcommunity sich durch diese Frau verletzt fühlt.

An dem Fall schockiert mich am meisten: das Lügen, Täuschen und Betrügen. Hätte Rachel wie Martina Big (eine deutsche Frau, die ihre Hautfarbe von weiss auf schwarz geändert hat) einfach von Anfang an gesagt, sie wolle schwarz sein und identifiziere sich als Schwarze, dann wäre es in Ordnung. Doch sie hat es offen gelassen, dadurch getäuscht, hat finanziell davon profitiert und afroamerikanischen Frauen ein Stipendium genommen, dass ihr von rechtswegen nicht zusteht. Sie ist eine Betrügerin. Ich bin ratlos was ihre Identitätskrise anbelangt und hoffe, dass uns die Forschung irgendwann Aufschluss geben kann.

Auszug aus einem meiner Romane zum Thema „Mobbing“

Eine Szene als Übung für den Schreibkurs wird heute noch fertig geschrieben und später hier veröffentlicht.

Auszug aus Kapitel 2 meines Jugendromans (Coming-Of-Age) „Abriss aus meinem verkorksten Leben“

Kapitel 2

Abriss aus meinem verkorksten Leben

Du wirst an deiner neuen Schule wie ein kleiner Fisch in einem großen Teich sein.“ hat mir meine Mutter damals gesagt, während mein Dad mir lediglich auf den Weg gab „Die neue Schule ist eine Chance für dich, um Aufregendes zu erleben und um neue Bekanntschaften zu machen!“ Einen letzten Ratschlag habe ich von meiner Stiefmutter Bonnie erhalten „Vertraue auf Gott und alles wird gut werden!“

Diese Pseudoweisheiten, die man mir vor genau 8 Wochen vor meinen Kopf geballert hat, jagten durch mein Hirn, während ich die fettigen fast kalten und vom Ketchup noch weicher gewordenen Pommes aus der Schulkantine runterwürgte. Die dunkelblauen 80er-Jahre-Kacheln sahen mitleidig auf mich herab  als ich mein Essen halbherzig zu mir nahm und das Szenario vom letzten Donnerstag wieder vor mein geistiges Auge kam.

Der besagte Donnerstag fing eigentlich gut an, da ich das erste Mal seit Tagen mehr als 5 Stunden am Stück geschlafen habe. Das Ankleiden dagegen verlief schleppend, da ich satte 20 Minuten dafür brauchte, von einem Outfit ins nächste zu wechseln, nur um am Ende in der ursprünglich geplanten Kleidung zu landen. Die Angst, dass mir meine Peiniger irgendwelche Sprüche wegen meines neuen „Hard Rock T-Shirts“ und meiner neuen coolen Jeanshose drücken würden, war größer als die Freude darüber diese Sachen endlich anziehen zu können. Stattdessen schmiss ich mich in mein uraltes Alice-In-Chains-Shirt und in meine alte Lieblingsjeans. Kleidungsstücke, die wenig Angriffsfläche boten. Als mein Dad mich fragte, wieso ich die neuen Sachen nicht tragen würde, log ich ihm ins Gesicht „Ich will sie schonen und trage sie lieber am Wochenende!“

Meine Bauchschmerzen fingen immer kurz vor dem Betreten des Schulgebäudes an und ließen erst nach, als eine Lehrkraft im Klassenraum anwesend war. Mittlerweile war ich jeden Tag bereits gegen 8.30Uhr, also 30 Minuten vor dem Unterrichtsbeginn, in der Schule. Zeit, die ich brauchte, um meinen Peinigern zu entkommen. Ich überließ nichts dem Zufall und nahm den langen Umweg über den Gang C, da die coolchicks diesen Weg garantiert nicht nutzen würden. Mein Herz raste immer wie wild als ich morgens durch den langen, noch fast leeren Flur marschierte. Doch ich hatte es an diesem Morgen geschafft. Ich war an meinem Spint angelangt, ohne jemandem von ihnen begegnet zu sein. Als keine Menschenseele vor dem Spint zu sehen war, reduzierte sich mein Herzrasen. Und auch mein Puls fuhr herunter als ich bemerkt hatte, dass mein Spint weder demoliert, noch beschmiert war. Letzte Woche standen da noch die Worte „Ms. Hobbit“ und „Lesbe“ mit Edding draufgeschrieben. Alle, die wussten, dass es sich mein Fach handelte, haben mich 7 Tage lang ausgelacht. Ich wusste zwar nicht weshalb Lesbisch- oder Hobbitsein für meine Klassenkameraden eine Beleidigung darstellte, da lesbische Frauen irgendwie cool waren und Hobbits magische Wesen sind. Doch es spielte keine Rolle was ich darüber dachte, denn ich war ein Niemand und hatte nicht zu bestimmten, wer und was cool war.

Doch auch jetzt beim Öffnen meines Spints war noch Vorsicht geboten. Zaghaft drehte ich den Spintschlüssel um und öffnete die Tür mit Schweißperlen auf der Stirn. Schließlich könnten die coolchicks mir Konfetti ins Spint getan haben, wie vor drei Wochen. Es waren wahrlich 15minutes of shame als ich das viele Konfetti von meinem Schulmaterial entfernen und vom Boden des Schulflures wegfegen musste, während sich eine Horde von Mitschülern um mich herum versammelte und mich entweder ausgelachte oder mit einem bemitleidendem Blick auf mich herabblickte. Seitdem wachte ich morgens oft mit einem Chor dieses Gelächters in meinem Ohr auf.

Als ich mein Schließfach langsam öffnete und lediglich meine Bücher vorfand, atmete ich einmal tief durch, wobei sich alles in meinem Magen wieder in die richtige Position schob und mein Herz wieder in einem normalen Rhythmus zu schlagen anfing. Schnell nahm ich alle wichtigen Unterrichtsmaterialien heraus, denn ich durfte keine Zeit verlieren. Schließlich war es bereits 8.40Uhr und der der ganze Weg zurück über den Gang C kostete mich satte 5 Minuten. Im selben Eiltempo wie vorhin und mit gleich hohem Puls, sprintete ich zum Raum 01.07.

Geschafft. Exakt um 8.45Uhr betrat ich den Kursraum von Mr. Fine. Lediglich Chuckie und Harriet waren zu dem Zeitpunkt drin. Das heißt, dass ich noch freie Platzwahl hatte. Wie immer setzte ich mich an meinem safeplace ganz Vorne vor das Lehrerpult und weit weg von den „Coolen“, zu denen auch meine Peiniger gehörten. Ich hatte noch 7 Minuten meine Notizen für die Geschichts-Prüfung durchzugehen, da sie coolchicks für gewöhnlich frühestens gegen 8.53Uhr auftauchten. Die Fakten und Zahlen rund um die Französische Revolution, das Leben der Marie Antoinette sowie über die Ständegesellschaft, hatte ich inne. Trotz meiner Konzentration und dem Triumph über den Sitzplatz nah am Pult, rumorte mein Magen noch immer ein wenig. Das legte sich erst, nachdem Mr. Fine den Raum um 8.54 Uhr betreten hatte. Sich halbwegs in Sicherheit zu fühlen, normalisierte meinen Puls und meine Darmtätigkeit.

Meine erste Hoffnung für diese Prüfungsstunde bestand darin, dass die coolchicks sich nach ihrer letzten Ermahnung, nicht mehr trauen würden mich vor dem Lehrer zu ärgern. Meine zweite Hoffnung war, dass sie erst gar nicht auftauchen oder gar verspäten würden. Es war schließlich schon 8.57Uhr und der Raum war fast voll. Ich nutze die verbliebene Zeit. Ich legte mir meine Bleistifte zurecht und ließ den Rest meiner Materialien vom Tisch verschwinden, um perfekt auf die Prüfung vorbereitet zu sein.

Die coolchicks waren noch nicht da und ich bat Gott darum, dass sie sich heute verspäten oder blau machen würden. Mr. Fine schloss die Tür des Kursraums immer um genau Punkt 9.00Uhr ab, d.h. wer bis 8.59Uhr den Kursraum nicht betreten hat, durfte nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Gegen 8.58Uhr konnte ich mein Glück kaum fassen. Die coolchicks würden sich haushoch verspäten.

Gerade als ich dabei war einen inneren Luftsprung zu machen, hörte ich plötzlich laute klackernde Absätze und ein Rumgequietsche auf dem Korridor. Beide Geräusche schienen immer lauter zu werden. Mein Herz schlug härter als ein Presslufthammer, denn bei den Geräuschen auf dem Korridor handelte es sich um die lauten Highheels von Heather und die Stimmen ihrer beiden Anhängsel Kelly und Britney. Ich spielte hektisch mit meinem Bleistift herum, bis ich bemerkte, dass meine Hand zittrig war.    

Wie über einen Catwalk schritten die drei in sexy-hippe Klamotten gekleideten und perfekt durchgestylten drei Mädchen, die wie immer mit Smartphones und 2000Dollar Handtaschen gewaffnet waren, in den Klassenraum. „Wir waren noch für kleine Mädchen Mr. Fine!“ sagte Heather, während alle Jungs die 1,75m große und schlanke Blondine anstarrten.

„Wow tolles Outfit. Die Lumpen von letzter Woche.“ flüsterte Heather mir im Vorbeigehen zu, ohne dass es Mr. Fine mitbekam, während Kelly und Britney sich darüber kaputtlachten. Mr. Fine schüttelte den Kopf als die coolchicks das Hinsetzen auf die hinteren Plätze wie einen Walk über den red carpet zelebrierten. Ich blickte auf meine Kleidung und bemerkte, dass ich sie tatsächlich letzte Woche getragen hatte. Graues T-Shirt, langweilige No-Name-Jeans und ein alter Rucksack. Dann sah ich auf Heathers Kleidung. Moderne Jeans, enges Oberteil, teure Highheels und eine schicke Markentasche.

Mein Bleistift fiel mir aus der Hand, so schwitzig waren meine Hände mittlerweile. Selbst das bekamen die coolchicks mit und kicherten. Während Mr. Fine die Prüfungsbögen umgedreht auf den Tisch verteilte, schmunzelten die drei chicks noch immer über mich, meine Klamotten und das Herunterfallen meines Bleistiftes.  Genau 120 Minuten hatten wir für den Abschlusstest Zeit, teilte uns Mr. Fine mit, wünschte uns viel Erfolg und drückte auf seine Stoppuhr Vorne am Pult.

Bring! Ich funktionierte zunächst wie eine Maschine und spulte mein gesamtes gelerntes Wissen in den ersten 60 Minuten wie ein Roboter ab. Ohne den Stift aus der Hand zu legen schrieb ich die Seiten voll, bis mein Handgelenk und meine Finger mir wehtaten. Diese Motivation und beruhigende Wirkung hatte ich Mr. Fine zu verdanken, einem Lehrer der große Stücke auf mich hielt und der sogar meinte, ich hätte eine reale Chance eine Zusage von Yale oder Berkley zu bekommen. Ein Blick auf die Uhr. Es war genau 10.00Uhr. Als ich nach hinten sah und bemerkte, dass die coolchick versuchten von Chukie abzuschreiben, motivierte mich das noch mehr eine Eins zu schreiben.

Bis 10.30Uhr lief alles wie geplant. Doch plötzlich war mein Flow durch das Zuflüstern des Wortes „Hobbit“ aus dem hinteren Teil des Kursraumes mit einem Mal unterbrochen. Wieso fingen die chicks mitten in der Prüfung wieder damit an? Mr. Fine, der eine Zeitung las bekam nichts mit, bis auch einige andere Schüler anfingen darüber zu lachen und er sie ermahnte. Manchmal hatte ich den Eindruck, Mr. Fine wollte einfach nichts mitbekommen.

Seine Ermahnung kam zu spät. Ich war bereits vollkommen aus dem Konzept gerissen und zwar gerade als ich bei der letzten und allerwichtigsten Aufgabe angelangt war, in der es um alles entscheidende Zusatzpunkte ging. Ich las die Aufgabenstellung noch einmal durch „Überprüfe die Allgemeingültigkeit der Aussage von K.F. Reinhard zur Französischen Revolution anhand zweier Beispiele aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Epochen!“  Meine Hand zitterte, während ich das Papier festhielt. Nichts. Mein Kopf war leer. „Hihihi!“ ertönte die Stimme von Kelly. Danach flüsterte Britney „Die ist bescheuert!“ Ich sah auf die Uhr. Es war mittlerweile bereits 10.40Uhr. Ich las die Aufgabenstellung nochmal „Überprüfe die Allgemeingültigkeit der Aussage von K.F. Reinhard zur Französischen Revolution anhand zweier Beispiele aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Epochen!“ und nochmal. Und noch einmal. Nein! Aus! Blackout! Ich las mir meine bisherigen Antworten durch und entdeckte Flüchtigkeitsfehler, die ich alle korrigierte.

10.50 Uhr. Noch 10 Minuten. Ich massierte meinen Kopf mit meinen Fingern und schloss die Augen. Doch anstatt der Antworten kamen andauernd Heathers Worte „Dieselben Lumpen wie letzte Woche.“ oder das Bild wie sie mein Spint mit dem Edding beschmierte, hoch. „Konzentrier dich“, sagte ich mir. „Du kennst die Antworten doch!“. Mein Kopf war voll mit dem Gelächter und den Wort Hobbit. Die Französische Revolution war nicht mehr abrufbar. Scheiße. 10.55Uhr, also nur noch 5 Minuten. Heather kam nach Vorne und gab ihren Prüfungsbogen ab. Ihre Seiten waren fast leer. Kaum hatte sie den Raum verlassen, fielen mir die Antworten alle wieder ein. Ich schrieb mit voller Wucht drauf los, auch wenn es sinnlos war. Ich schrieb die richtigen Antworten, da mir alles einfiel, selbst die Bezüge zu den Epochen. Ich schrieb und schrieb und schrieb.

BRING! Aus. Ende. Game Over. Mr. Fines Uhr war das Signal dafür, dass wir den Stift weglegen sollten. Ich sah hinunter auf mein Blatt. Immerhin hatte ich es geschafft in den 5 Minuten einen ganzen Abschnitt zu verfassen. Meine Hand tat noch weh und mein Zeigefinger war fast blau vom Schreiben. Plötzlich stand Mr. Fine vor mir, um meine Bögen einzusammeln. Als er bei Aufgabe 3.b nur einen Abschnitt geschrieben sah, sagte er „Von ihnen hätte ich mehr erwartet Ms. Szwarc.“ Na toll. Jetzt konnte ich mir Yale abschminken und würde als lumpentragender lesbischer Hobbit mit einem B-Zeugnis an einem College in Boise enden.

Doch lange Zeit für Enttäuschung und Trauer blieb mir nicht, da ich schnellstens in die Mensa musste, um mir einen safeplace, nahe an einer Tür zu sichern. Mit einem Puls von 120 betrat ich mit knallrotem Kopf die Mensa und schmiss mich auf das Büffet. In Blitzgeschwindigkeit hatte ich die Spaghetti Carbonare, das Apfelsaft-Trinkpäckchen und die Banane auf meinem Tablet und rannte hastig los, um mir einen geeigneten Platz zu ergattern, an dem mich die coolchicks nicht so schnell entdecken würden. Der Tisch bei den Computernerds und den Strebern war komplett belegt. Scheiße. Wohin jetzt? Ich blickte panisch nach links und rechts. Shit. Lediglich am Tisch der knallharten Rocker und am Tisch der coolen Hip-Hop-Clique waren noch Plätze frei. Da die punkigen Rocker immer auf Krawall aus waren, gesellte ich mich lieber zu den Hip-Hoppern.

Mit langsamen Schritten und rasendem Herzschlag quetschte ich mich an den überwiegend dunkelhäutigen Mitschülern, die hippe Markenkleidung und Sportwear trugen, vorbei. Im Vorbeigehen streifte ich versehentlich die Schulter eines kleinen fülligeren schwarzen Mädchens mit goldenen Kreolen und blonden Rastas, die in einem starken Kontrast zu ihrer extrem dunklen Haut standen. „Hey pass auf wo du hinläufst!“ schrie sie mich mit einem Todesblick und einer Zornesfalte auf ihrer Stirn an. Leise antwortete ich „Entschuldige“ und sie ließ mich an sich vorbeigehen, auch wenn sie mich ansah, als sei sie bereit ein Messer gegen mich zu richten.

Endlich am Platz weit hinten in der Mensa. Gott sei Dank. Platsch. Mit voller Wucht und abgehetzt wie nach einem Marathonlauf haute ich mich auf den Platz und konnte mein Essen zu mir nehmen. Ich musste lediglich diese 30 Minuten rumkriegen und dann wäre mein Tag gerettet. Wie immer aß ich schnell, da ich Panik davor hatte, die coolchicks würden mir das Essen wegnehmen wie vor 5 Wochen. Zur Ruhe kam ich nicht. Im Hinterkopf waren immer diese drei Mädchen gewesen. Es war 11.15Uhr. Alles aufgegessen. Meine Anspannung im Rücken hatte sich etwas gelöst und meine Verdauung lief ohne die üblichen Krämpfe. Ich wagte einen Blick in alle Himmelsrichtungen. Keine Spur von den chicks.

Da ich hier anscheinend sicher zu sein schien, arbeitete ich noch an meiner Buchvorstellung zum Roman „Interview mit einem Vampir“. Die HipHoper hörten zwar Jay-Z-Remixe, doch es störte mich nicht, denn sie ließen mich in Ruhe. Prophylaktisch hatte ich meinen Kopf tief in mein Buch vergraben, sodass man von weitem auf keinen Fall mein Gesicht erkennen würde. Ein Blick auf die Uhr. 11.20Uhr. Noch zehn Minuten. Der Vampir Lestat hatte soeben mehrere Frauen durch Blutaussaugen getötet. Vertieft in das Buch legte ich es auf den Tisch. 11.24Uhr. Ich atmete tief aus und hatte die chicks fast vergessen.

Gerade als ich glaubte die Pause heil überstanden zu haben, sah ich plötzlich einen pinkfarbenen 2cm langen manikürten Gel-Nagel auf meinem Anne Rice Buch. Ich blickte auf und ein funkelnder Nabelpierc, der unter einem Shirt hervorkam, grinste mir ins Gesicht und wippte genau wie der, in einen Push-Up gezwängte Busen vor meinem Auge auf und ab. Ich blickte kurz auf, dann wieder runter, als Heather fragte „Was für einen Schwachsinn liest du denn da?“. Ich griff nach dem Buch, doch da hatte sie es längst an sich gerissen. „Uh. Interview mit einem Vampir. Für deine Buchvorstellung etwa?“ Sie wedelte mit dem Buch vor mir auf und ab, während ich vergeblich danach griff. Immer mehr Mitschüler sahen diesem Szenario zu, als Heather mich mit den Worten „Oh will der Hobbit etwa sein Buch zurück?“ provozierte. Ich war so fixiert darauf, mir mein Buch wieder zu beschaffen, das ich Kelly und Britney vollkommen aus den Augen habe, die im Hintergrund standen und über die Aktionen von Heather lachten. „Gib es her.“ schrie ich und sprang hoch zu der auf Highheels fast 25 cm größeren Heather. Ich hatte es wieder. „Uhhh. Mrs. Hobbit ist nun ein Vampir. Was ein Schwachsinnsbuch!“ sagte sie noch und ließ von mir ab.

Vollkommen nassgeschwitzt und stinkend vor Angst, wollte ich die letzten drei Minuten der Pause noch stressfrei und ohne Ärger rumkriegen. Die drei coolchicks liefen weiter und stellten sich an die Kantinentür, was mir merkwürdig vorkam. Vollkommen genervt und erleichtert zugleich wollte ich mein Buch zurück in meinen Rucksack stecken, als mir eine lila-braune klebrige Flüssigkeit ins Auge sprang, die sich über mein gesamtes Lehrmaterial erstreckte. Meine Algebra-Hausaufgaben, meine Notizen für die Buchvorstellung, mein Taschenrechner, mein Zirkel. Alles war vollgeschmiert mit Kakao. Ich schloss meine Augen und schüttelte den Kopf über meine Blödheit, Kelly und Britney meinen Rücken für 40 Sekunden zugedreht zu haben.

Als die chicks mitbekamen, dass ich das Kakoa-Desaster bemerkt hatte, lachten sie lauthals an der Kantinentür drauflos. Die Hip-Hop-Clique neben mir bekam es ebenfalls mit, da der Kakao von unten aus dem Rucksack lief und alles zuschleimte. Ich wollte mich in Luft auflösen oder einfach nur unsichtbar sein. Um schlimmere Schäden zu verhindern lief ich schnell zu dem Küchenpapierspender und nahm gleich die ganze Rolle mit, um das Gröbste aus den Lehrmaterialen rauszubekommen. Die Hip Hopper neben mir fingen ebenfalls an zu lachen, während andere Mitschüler mit verzogenen Lippen und runzelnder Stirn einfach nur entsetzt auf mich herabblickten.

Es klingelte und die meisten gingen. Das Gespött der Schule blieb alleine zurück. Ich trocknete und trocknete. Alles vor mir wurde verschwommener, während ich abwischte und sich meine Augen mit Tränen füllten. Nach 10 Minuten auf den Knien, war der letzte Tropfen Kakao weggewischt. Zum Glück konnte ich die meisten Bücher vor größeren Beschädigungen bewahren. „Was ein Schwachsinnbuch!“ poppte Heathers Satz in meinem Kopf auf. Dieser Satz wollte nicht mehr aus meinem Kopf. Vielleicht wäre es besser Moby Dick vorzustellen, dachte ich und ging 10 Minuten verspätet, mit klebrigen Unterlagen und einem nach Kakao riechenden Rucksack in Raum 02.03 zum Matheunterricht.

Boom. Eine Tür knallte in der Mädchentoilette zu und riss mich aus der Erinnerung vom letzten Donnerstag. Ich blickte auf das Klopapier als ich meinen lauwarmen Kantinenburger genoss. Meine Mom hatte irgendwo Recht, denn ich war hier nichts als ein kleiner Fisch in einem großen Teich. Und zwar war ich einer jener kleinen Fische, die von den großen tagtäglich verspeist wurde. Mein Dad hatte Unrecht. Auf eine solche neuen Bekanntschaften und auf diese Erfahrung hätte ich auch gut verzichten können. Doch am meisten Unrecht hatte immer noch Bonnie. Gott war nicht da und nichts würde gut werden. Er existierte nicht, da er zuließ, dass all dies mit mir geschah. Plötzlich hörte ich Stimmen. Jemand betrat die Mädchentoilette. Reflexartig zog ich meine Beine hoch, da niemand mitbekommen sollte, dass ich hier saß.

Mein Rucksack war sauber, ich war in Sicherheit und ich konnte im Schneidersitz mein Buch zu Ende lesen. Ich lobte mich. Denn egal wie erbärmlich es wirken mag, es war eine gute Entscheidung mein Essen künftig immer auf der Toilette zu mir zu nehmen. Das Klo, war zwar die Endstation. Doch ich hatte Ruhe, ich konnte entspannen und etwas lesen oder lernen. Vielleicht war noch nichts verloren und ich könnte es doch noch irgendwie nach Yale schaffen.

„Ab ins Kloster!“Mit Gott und Strenge gegen Problemkids

Neulich habe ich auf Sixx geschaltet und eine neue TV-Show mit dem Titel „Ab ins Kloster“ entdeckt. Diese Sendung stellt keineswegs ein neues „Reality“-TV-Format dar, ist aber aus vielerlei Gründen interessant und unterhaltsam. „Ab ins Kloster“ läuft zwar schon länger, da es sich bei den aktuellen Folgen bereits um die Ausstrahlung der 2. Staffel handelt. Ich habe die Sendung erst jetzt entdeckt, da meine Tochter 2020 noch ein Baby war und ich vieles verpasst habe. So auch diese Sendung.

Doch zurück zum Thema: „Ab ins Kloster“ reiht sich in eine lange Tradition von („pseudo“-)pädagogischen TV-Shows ein, die meistens von den Privatsendern der RTL-Vox-Group oder der Pro7-SAT1-Group produziert werden.

Zunächst schickten die Privaten Kaja Saalfrank alias „Die Supernanny“ ins Rennen, die verhaltensauffällige Kinder durch operantes Konditionieren, umgekrämpelt hat. Dabei wendete sie meistens Verstärkerpläne und dubiose Methoden wie die „Stille Treppe“ an und löste damit eine heftige Diskussionen aus. Aufgrund der hitzigen Kritik an dem TV-Format sowie an der Darstellung der Kinder, wurde die Sendung aufgrund des medialen Echos von RTL aus dem TV-Programm verbannt. Anschließend folgte Michael Thiel, der bei „Raus aus Hotel Mama“ mitwirkte, wo junge Erwachsene (meist zwischen 20 bis 27) zur Eigenständigkeit und zum „Erwachsensein“ befähigt wurden. Nach wenigen Staffeln, stellte man auch diese Sendung ein. Zuletzt wären noch „Die strengsten Eltern der Welt“ zu erwähnen, eine Show, bei der Problemjugendliche zu extrem strengen Eltern aus einem anderen Kulturkreis geschickt wurden, um dort mittels der Methode „Kennenlernen der Härte des Lebens“ umerzogen zu werden. Die Partymacher, Gewaltstraftäter, Kleinkriminellen und Schulverweigerer sollten binnen 2 Wochen zu besseren Menschen werden. „Ab ins Kloster“ ist stark an dieser Sendung angelehnt, bezieht aber zusätzlich noch den Beistand Gottes ein. Die Nonnen und Mönche der jeweiligen Klöster berufen sich vor allem auf religiös geprägte Werte- und Normvorstellungen sowie auf einen asketischen Lebenswandel, um die Problemkinder zum Umdenken zu bewegen.

Als studierte Pädagogin sind mir Umerziehungsmaßnahmen jener Art mehr als bekannt. Zu den bekanntesten zählen „Bootcamps“, ein Programm aus den USA, das durch millitärischen Drill aufmüpfigen Kindern das Fürchten lehren soll. Die Drill Instructoren und Ex-Marines bringen den Teenagern Strukturen und knallharte Regeln bei, indem sie sie zu Gehormsam erziehen und systematisch ihren Willen brechen. Doch die kontroversen Camps sorgten und sorgen noch immer für Kritik und werden oftmals geschlossen. Sektenartige Gegebenheiten, mehrere Todesfälle im Jahr (durch Selbstmord oder zu Tode gequält durch das Camp) oder gar „Umerziehung zur Heterosexualität“ sind negativ Schlagzeilen, die kein gutes Licht auf diese Camps werfen. Doch in den USA muss eben alles eine Spur heftiger sein.

Hierzulande werden junge bzw. jugendliche Gewaltstraftäter sowie Kleinkriminelle häufig in Maßnahmen wie das „Boxcamp Kannenberg“ oder „Segelschulen“ gesteckt, um diese noch formbaren Individuen zu besseren Menschen umzupolen.

Doch uns Pädagogen und auch den TV-Zuschauer treibt die Frage um: Kann man Jugendliche durch solche TV-Maßnahmen wirlkich dauerhaft verändern? Die Antwort lautet eindeutig JEIN.

Selbstverständlich ist eine temporäre Veränderung der Teenager und jungen Erwachsenen möglich. Die TV-Maßnahmen dauern in der Regel zwischen 7 bis 14 Tagen. Da kann man nur in Ausnahmefällen eine grundlegende Veränderung in den über Jahren durchgeführten Verhaltensmustern erwarten. Hinzu kommt, dass die meisten Teenager noch vor dem Beenden der Maßnahme, das TV-Experiment abbrechen. Zuletzt muss man hinzuziehen, dass es sich bei diesen Sendungen um so genannte „Teil-scripted-reality“ Formate handelt, bei denen nicht alle dargestellten Fakten der Wahrheit entsprechen müssen. Vor allem nach Ausstrahlung „Der Supernanny“ klagten Teilnehme, da sie sich verzerrt oder durch den Schnitt und reingescriptete Subplots, nicht authentisch dargestellt gefühlt haben.

Und wie ist es mit den außerhalb des Fernsehens stattfindenen pädagogischen Maßnahmen? Auch hier gelingt eine dauerhafte Änderung selten, jedoch öfter als bei den TV-Experimenten, u.a. da sie 6 bis 18 Monate dauern und von Sozialpädagogen und Psychotherapeuten durchgeführt werden. Vor allem aber findet die Therapie außerhalb der Öffentlichkeit statt, was viele auch dazu verleitet, sich natürlicher zu verhalten. Studien über Rückfallquoten nach dem Besuch eines „Boxcamps“ oder „Bootcamps“ werden zurückgehalten. Um eine komplette Veränderung eines Menschen zu erzeugen, müssen gewisse Faktoren als Voraussetzung gegeben sein. Unter anderem hängt ein Wandel ab von der Persönlichkeit, der „Einsicht“ und vor allem von der Integration in die Gesellschaft ab, die oftmals durch das Umfeld des Problemjugendlichen erschwert wird (z.B. Milieu, Elternhaus, krimineller Freundeskreis usw.). Vor allem das Wort Einsicht spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle, da eine innere Lernprogression bewiesenermaßen nur stattfindet, wenn der zu Erziehende einen Sinn oder eine Notwendigkeit in dem angestrebten Lernziel bzw. in den vermittelten Werten sieht. Kinder lernen meistens nicht aus Angst (schwarze Pädagogik) oder der Angst vor einer harten Strafe, ebenso wie erwachsene Personen. Eine Strafe wirkt selten abschreckend, da 80% der Straftäter irgendwann im Leben erneut straffällig werden (keine Regeln einhalten, krimimell werden, Autoritäten nicht anerkennen). Ein Indiz dazu liefert der Umstand, dass die Autorität „Staat“ in Ländern wie den USA trotz härtester Strafen und strenger Gefängnisse, die höchste Kriminalitätsrate und Rückfallquote hat. Strenge und Strafe sind also kein Allheilmittel, um einen Menschen komplett umzupolen oder ihn vor einem kriminellen Karriere zu bewahren. Viel mehr begünstigen Desorientierung und Desintegration eine problematische Laufbahn. Diese ist in Ländern wie den USA am stärksten.

Und was ist nun mit „Ab ins Kloster“? Als nichtgläubige Person, ist es für mich schwierig zu verstehen, inwiefern Gott und Religion dazu beitragen können, Jugendliche, die diese Werte ablehnen zum Umdenken zu bewegen. Beim Gucken der Sendung fiel mir allerdings auf, dass sich die Methoden und die Lernziele von den Geistlichen und den „strengsten Eltern der Welt“ nicht großartig unterschieden haben. Beide Erziehende wenden Strenge, Arbeit, Übernahme an Verantwortung für Tiere, strenggeregelte Tagesabläufe (frühes Aufstehen, wenig Freizeit usw.), askentische Lebensweise (Entzug von Narkotika, Vergnügen) und Gespräche als Mittel an. Sie unterscheiden sich kaum, mit dem Unterschied, dass die Jugendlichen im Kloster Gottesdienste besuchen sollen.

Interessant war für mich die Ausstrahlung der Sendungen, in denen die Jugendlichen in buddhistische Shaolinkloster musssten. Die fernöstlichen Weisheiten und vor allem der Zen-Buddhismus übten auf mich als Teenager immer eine große Faszination aus, auch wenn ich schon damals kein religiöser Mensch war. Das andere Glaubenssystem rund um Buddah, könnte zumindest eine entspannte Atmosphäre für manche Jugendliche darstellen, die sich eher für fernöstliche statt christliche Religionen begeistern könnten.

Insgesamt empfinde ich das TV-Format als sehr gelungen und unterhaltsam, halte es zudem auch für aufklärerisch. In einer solch schnelllebigen Zeit in der wir leben, kann ein Ort der Ruhe und des In-Sich-Gehens viel bewirken. Nicht zuletzt empfinden viele Kriminelle den Umstand sich mit sich selbst zu beschäftigen oder über das eigene Handeln nachzudenken als unerträglich. So auch die Jugendlichen, die lieber Drogen nehmen, anstatt sich Gedanken über den Sinn des Daseins zu machen. Die Isolation von Konsum und Medien betrachte ich als ein Hilfmittel und eine Chance, auf andere Dinge und sehen. Den Fokus über den Horizont der Leistungs- und Konsumgesellschaft zu legen und sich wieder auf sich selbst zu besinnen.

Deshalb ist es ein spannendes Experiment, auch weil ich als Pädagogin mit solchen Jugendlichen konfrontiert wurde. Und überhaupt: Wenn uns Corona etwas gelernt hat, dann doch die Tatsache, wie wenig sich die meisten noch mit sich selbst beschäftigen können und wie viele Party und Co. nutzen, um nicht nachdenken zu müssen. 2021, nach einem Jahr im Lockdown und wir müssen immer noch lernen zu verzichten, Regeln einzuhalten und uns auf uns zu besinnen. Umzudenken und backtobasic zu gehen. Nichteinmal Erwachsenen gelingt es. Lockdown ist wie eine Lightversion des Klosters. Arbeiten, Essen und auch oft alleine bei sich selbst sein.

Vielleicht sollten wir solche Sendungen nicht immer direkt verteufeln oder verurteilen, sondern nutzen, um etwas über kulturelle Konflikte, über die Ursachen von problematischen Jugendlichen, über die Fehler der Eltern und auch über uns selbst zu lernen. Sie sind nicht unbedingt pädagogisch wertvoll, aber sie haben ihre Daseinsberechtigung.

Gestern war ein tragischer Tag…

Mit Entsetzen las ich gestern Abend die Nachrichten vom Tod der beiden Künstler Willi Herren und Barbie Kelly. Während Herren populär war wie ein bunter Hund, war die kindlich und naiv wirkende Barbie, den meisten Menschen weniger bekannt.

Der Schauspieler, Sänger und Entertainer Herren verstarb in den Morgenstunden des 20. April 2021 (einem Dienstag), was ziemlich schnell durch die Medien ging und ein großes Echo auslöste. Er wurde nur 45 Jahre alt, hinterlässt eine erwachsene Tochter und war zuletzt noch im TV-Format „Promis unter Palmen“ zu sehen, eine Sendung über die auch ich in meinem Blog berichtet hatte. Barie Kelly, Mitglied der legendären Musikerfamilie Kelly Family, ist bereits am 15.04.21 verstorben, ebenfalls  im Alter von gerade einmal 45 Jahren. 

Herren, der starke Drogen- und Alkoholprobleme hatte, starb vermutlich an den Folgen seiner Suchterkrankung. Im Gegensatz zu Herren, über dessen Privatleben und Gesundheitszustand viel in der Öffentlichkeit bekannt war, hielt und hält die Kelly Family noch immer, sämtliche Informationen über Barbie Kellys Leben und ihren Tod zurück. Aus diesem Grund, weiß man über die Umstände von Barbies Tod nur sehr wenig. Die Kelly Family gab lediglich bekannt, dass Barbie nach „kurzer schwerer Krankheit“ gestorben sein soll. 

Über das Leben der Sängerin und Komponistin, die sich im Jahr 2002 endgültig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, kursierten immer wieder Gerüchte. Auch Informationen über ihren Gesundheitszustand sickerten immer wieder durch. Von einer schweren psychischen Erkrankung soll die leidenschaftliche Tänzerin betroffen gewesen sein und seit mehr als 15 Jahren unter starken Medikamenten stehen. Barbie lebte laut Angaben der Kelly Family abwechselnd in einem betreuten Wohnheim und in der Obhut einer Pflegefamilie. Einige Fans, die angeblich Bekannte hatten, die in dem Wohnheim von Barbie gearbeitet haben sollen, schrieben im Internet, Barbie würde an Schizophrenie oder einer schweren Psychose leiden. Doch genau weiß man es nicht und die Fans tappen weiterhin im Dunkeln, was die letzten Jahre für einige Barbie-Fans sehr qualvoll war.

Ich, als Teenager Anfang bis Mitte der 90er-Jahre ein großer Kellyfan, habe Barbie immer als eine sehr gute, talentierte, aber auch sehr sensible und scheue Künstlerin wahrgenommen. Ich habe ihre Songs geliebt, ihre Stimme bewundert und ihre Tanzeinlagen immer abgefeiert. In Interviews wich Barbies Blick oftmals von den Kameras ab und mir fiel zudem auf, dass sie auch Blickkontakt zu den Moderatoren gemieden hat. Oft saßen die Geschwister um sie herum, als wollten sie Barbie beschützen. Auf der Bühne hingegen war sie immer quicklebendig und tanzte einen Großteil der Zeit. Trotzdem hielt sich die gerade einmal 1,57m große Sängerin insgesamt im Hintergrund der Kelly Family.

Barbie, zu deren größten Hobbys neben dem Musizieren, das Tanzen, das Malen und das Lesen gehörten, wurde in Spanien geboren. Sie sprach mehrere Sprachen fließend, spielte Percussion und Gitarre und schrieb viele Kelly Family Songs alleine oder hat an Teilen der Songs mitgewirkt. Vor allem die Songs, die Barbie zum legendären Studioalbum „Over The Hump“ beigesteuert hat, offenbaren ihr Talent. Die Songs drücken ihren seelischen Zustand und ihre Personility aus. In „She is crazy“ wird einem Barbies innere Zerrissenheit und ihre Zerbrechlichkeit bewusst, in „Baby Smilie“ ihre Lebensfreude und ihre Liebe für Kleinkinder und in „Break Free“ merkt man wie selbstbewusst diese Frau war.

Mich hat die Nachricht vom Tod Barbie Kellys sehr erschüttert und mich hat es traurig gemacht, dass ihr Tod durch die Nachricht von Willi Herrens Tod untergegangen in den Medien ist. Bereits als ich damals gehört habe, das Barbie sich komplett zurückziehen möchte und das sie geistig erkrankt sei und in einem Heim leben würde, hatte mich sehr getroffen.

Barbie du kleiner Engel. Du warst und bleibst An Angel. 🙁 Ich werde dich sehr vermissen Barbie und du bleibst immer in meinem Herzen.

Ich wünsche den Familien Herren und Kelly viel Kraft und alles Gute in dieser schweren Zeit.

Fundstücke aus den „Essener Bücherkisten und Bücherregalen“ (Kalenderwoche 16)

Heute war ich in Essen-Borbeck, ein nicht weit von Essen-Dellwig gelegener Ort. Irgendwie hatte es mich und meine Tochter bei einem kleinen Spaziergang an die „Dampfe“ (ein Restaurant) verschlagen, wo sich auch die „Borbecker Bücherbude“ befindet. Die dort käuflich zu erwerbenden Bücher stammen allesamt aus Haushaltsauflösungen und sind für jeden Preis zu haben, d.h. man selbst entscheidet, wie viel Geld man für die Bücher geben möchte. Heute habe ich direkt zwei wahre Schätze gefunden.

Die Ghetto-Oma, Fräulein Krise – Ein Leben mit dem Rücken zur Tafel (2012 Frl. Krise)

In diesem Buch beschreibt eine ehemalige Lehrerin eindrucksvoll ihre Schüler-Lehrer- und Unterrichtsanekdoten. Ich bin sehr auf das Buch gespannt.

Das Ekel von Datteln (1989 von Jürgen Pomorin und Reinhard Junge)

Ein sehr aufregender Kriminalroman, der für mich interessant ist, da er in einer mir bekannten Kleinstadt des Ruhrgebiets spielt.

Seit Jahren bereits wandere ich auf meinen Spaziergängen und Touren durch das schöne Ruhrgebiet, um prachtvollste Schmöker zu finden. Vor allem auf Flohmärkten, bei der Caritas sowie in den Buchregalen, bin ich bislang fündig geworden. Von alten Reclam-Ausgaben (sogar die beige- und weißfarbenen), bis hin zu crazy Romanen oder Bestsellern. Man findet alles, was das Herz begehrt. Vor allem findet man Bücher, die man so in keiner üblichen Leihbibliothek oder Buchladen entdeckt hätte.

Ich überlege auch Buchkritiken zu veröffentlichen, auch zu diesen beiden Büchern. Sobald ich diese Werke gelesen habe, was dauern kann, folgt die Publikation der Buchrezensionen.

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