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Autor: admin (Seite 5 von 9)
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Es ist 2008 und Youtube gerade mal 4 Jahre alt. Erst neulich hatte die Internetplattform den Star Justin Bieber hervorgebracht. Wir sind mitten in den 2000ern also im purem Emo-Rausch. Da taucht plötzlich ein sehr attraktiver homosexueller androgyner junger Mann auf. Er ist eindeutig modisch an der Emo-Szene orientiert, trägt also hippe Kleidung, wechselt ständig seine Haircuts und Haarfarben und ist stark geschminkt. Er stellt kurze Clips ins Netz, da er anscheinend das Bedürfnis hat, sich im Netz zu präsentieren.
Was dann passiert überrascht den Anfang 20jährigen gebürtigen Polen. Seine Clips werden millionenfach angeklickt und er wird zum Star. Zum Internetstar. Neben Pani Basia und Gracjan ist es ihm in Polen als einem der ersten gelungen. Es folgen Einladungen in Talkshows und Auftritte bei der polnischen Ausgabe von „Supertalent“ (Mam Talent). Bis heute kennt ein Großteil der polnischen Bevölkerung Pawel Luntek, der unter seinem Rufnamen Luntek landesweit bekannt wird. Doch der homosexuelle junge Mann polarisiert. Die einen lieben ihn, da er ausgeflippt ist und die konservativen Polen hassen ihn. Auf einmal bekommt er die Schattenseiten des Ruhms zu spüren. Hater und Schwulenhasser haben es auf den Emo abgesehen. Wiederwärtige Kommentare und sogar Morddrohungen kommen. Luntek kann zeitweise sein Haus nicht mehr verlassen, da zuviele homophobe in Polen es auf ihn abgesehen haben.
Nach einigen Jahren löscht Luntek seinen Youtubeaccount, da er mit dem Hate und dem Fame nicht mehr klarkommt. Er hat sich mittlerweile fast vollkommen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Für mich war Luntek ein geborener Star, da er sehr witzig und unterhaltsam war. Seine provokativen und lustigen Clips haben mir sehr gefallen und ich war schon sowas wie ein Fan. Traurig war es welchen Hate er durch seinen Emolook und seine Homosexualität bekommen hatte. 🙁
Wie pervers sind Menschen, die andere deswegen töten wollen. Ich konnte meine Landsleute nicht verstehen und bin froh, dass sich seitdem hinsichtlich der Toleranz einiges getan hat. Beispielsweise hat Michal Szpak (Platz 3 beim ESC 2016) Supertalent gewonnen und eine grandiose Karriere gemacht. Der bisexuelle Sänger provoziert ebenfalls als geschminkter Typ mit femininem Touch. Momentan gibt es in Polen sogar eine DragQueenSendung, bei der sich die Drags als Stars verkleiden und die beste Dragqueen anschließend ein Preisgeld gewinnt. Toleranz gegenüber Homosexuellen bleibt in meiner erzkatholischen Heimat noch immer ein heikles Thema. Bei der jüngeren Generation ist das Umdenken schon längst eingetreten. Jedoch ist die polnische Regierung momentan sehr konservativ, was die Jugend nur noch ankotzt und viele Prosteste auslöst. Beispielsweise möchte die Regierung ein Gesetz zur Abschaffung der Abtreibung durchsetzen, d.h. sogar im Falle einer Vergewaltigung oder wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, darf keine Abtreibung vorgenommen werden. Willkommen im Mittelalter. Wenn ich sowas höre bin ich mehr als enttäuscht von meinem Heimatland. Jeden Tag protestieren mehrere 10.000 Menschen dagegen, ohne Erfolg.
Zur Zeit würde ich nicht gerne in Polen oder Russland leben wollen, auch wenn die meisten Menschen dort ein großes Herz haben und herzlich sind. Doch diese konservativen Idioten, die dort rumlaufen, würden mich einfach nur anpissen.
Ich war und bin immer noch sein Luntek-Fan. Doch was macht er heute? Soweit ich weiß, geht er einem normalen Job nach, hat sein Outfit gewechselt und läd ab und zu noch ein Video hoch. Dort spricht er und reflektiert seinen früheren Fame. Er beschreibt auch, weshalb er die Clips entfernen ließ.
Mein Lieblingsclip war als er sagte, er wolle Rockstar werden. Das war sehr lustig und cool. Er meinte er würde sich auch umbringen auf der Bühne, wie es seine Hater wollen, doch dann würde er alle durch sein Blut das Spritzen würde, mit purem RocknRoll infizieren. Deshalb lässt er es sein ;o)
Sehr lustiger cooler Mann. Ich wünsche ihm alles gute für seine Zukunft abseits des Internet- und Fernsehfames.
Jeder kennt diese Situation. Man schaut in den Facebook Messanger und irgendein ehemaliger Klassenkamerad hat einem eine Einladung zum Klassentreffen verschickt (z.B. zum Zehnjährigen). Unten drunter steht dann noch wer alles kommen wird. Bla Bla Bla…
Genau darum geht es im Film „Romy und Michelle“ dem mit Abstand besten Highschool Reunion Film aller Zeiten.
Zum Plot: Es ist das Jahr 1996. Romy White und Michelle Wineberger sind zwei 28 jährige ledige Frauen, die in L.A. leben, Singles sind, unverheiratet und die noch keine Karriere gemacht haben. Sie schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch, gehen feiern und ziehen sich dabei immer sehr aufreizend an. Schließlich sind die beiden blondierten Madonna-Fans extrem attraktiv und interessieren sich für Mode.
Als sie von einem Klassentreffen 10 Jahre nach dem Highschool-Abschluss von ihrer ehemaligen Schulkameradin Heather Mooney erfahren freuen sie sich zunächst. Die nerdige Einzelgängerin Heather Mooney war auf der Schule alles andere als beliebt. Jedoch gelang es der strebsamen Rockerin durch die Erfindung eines schnellbrennenden Zigarettenpapieres, durch welches es möglich ist eine Zigarette in nur 2 Minuten zu rauchen, erfolgreich zu werden. Heather war auf der Highschool eine dunkelgekleidete Rockerin, die gerne rauchte und im Erfinder-Club der Schule war, wo sie sich unsterblich in Sandy Frink verliebt hatte, der der Streber der Schule und damit ebenfalls Außenseiter war. Dieser war an der düsteren Heather nicht interessiert, sondern an der langbeinigen Michelle Wineberger. Zudem litt Heather neben ihrem Liebeskummer unter einem mysteriösen Jungen, der sie täglich in der Raucherecke erniediegt hat. Heather hatte Pech bei Männern, wurde nie zum Ball eingeladen, was womöglich an ihrer frechen, sarkastischen, burschikosen und dominanten Art lag.
Romy und Michelle wollen auf jeden Fall zum Klassentreffen und schwelgen on Erinnerungen als sie ihr Highschool-Jahrbuch durchstöbern und an 1986 denken. Als sie über Heather, Sandy und sich nachdenken, stellen sie plötzlich fest, dass sie damals ebenfalls nicht cool waren. Eine böse Yuppie-Clique hatte sie damals gemobbt und sich u.a. über Romys breite Hüften, Michelles Stützkorsette und ihre an Madonna orientierten Outfits lustig gemacht. Auf dem Abschlussball auf den Romy und Michelle sich in Madonna-Klamotten geschmissen haben, spielt ihnen die Clique einen gemeinen Streich mithilfe eines Jungen namens Billy. Billy, der beliebteste Junge der Schule ist, lügt Romy an, dass er auf sie stehen würde. Sie wartet die halbe Nacht auf ihn und er kommt nicht, um mit ihr zu tanzen. Die Highschool endet traurig.
Doch es kommt noch schlimmer. Romy und Michelle fällt zudem auf, dass sie nichts vorzuweisen haben, um ihre ehemaligen Mitschüler zu beeindrucken. Sie realisieren, dass sie fast 30, ledig, unverheiratet, ohne Kinder und ohne Karriere sind. Die blonden Madonna-Fans sind auf einmal niedergeschlagen glauben „Loser zu sein“.
Da kommt Romy auf die Idee sich als Businessfrauen zu inszenieren und den Klassenkameraden zu erzählen sie seien Unternehmerinnen und hätten die Post-its erfunden. Heather Mooney würde nicht kommen, da sie alle aus der Highschool hasst und sie könnten alle anderen anschmieren. Perfekt. Sie ordern eine fette Karre und kaufen sich sexy Buainessdresses. Ab nach Tuson in die alte Heimat. Heather Monney wird nicht kommen, also bahnfrei für ihre Story vom Post-it-Unternehmen.
Als sie ankommen hat die In-Clique bereits eine Ehe und Kinder vorzuweisen. Ein Mädchwn aus der Truppe, hatte jedoch den Kontakt zu den arroganten Snobs abgebrochen und Karriere als Chefredakteurin bei der Vogue gemacht. Erneut jemand der Karriere gemacht hat. Im Gespräch mit der Clique erfährt Romy zudem, dass auch Sandy Frink Karriere gemacht hat und nun Multimillionär ist. Er habe einen speziellen Gummi erfunden, der nun in allen Sneakern der Welt vorzufinden sei. Die Anführerin der In-Clique lässt die Bombe platzen und erzählt, sie habe den Highschool Schönling Billy geheiratet, was Romy schockiert, da sie damals unsterblich in ihn verliebt war. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um ihre erfundene Story auszupacken und alle zu beeindrucken.
Gerade in dem Moment als die Clique dabei ist es ihr zu glauben und sie endlich Respekt von ihnen bekommt, taucht Heather Mooney rauchend und sarkastisch wie eh und je auf. Sie will mit Sandy Frink abrechnen, der sie immer ignoriert hat. Sie lässt Romys Lüge platzen, da sie als BWL-Studentin und Unternehmerin den Namen des wahren Post-its-Erfinders kennt. Die In-Clique lacht Romy und Michelle erneut aus und sie werden zum Gespött des ganzen Klassentreffens.
Anschließend kommen Romy und Michelle zu der Einsicht, dass sie happy waren mit ihrem Leben, bevor sie von dem Klassentreffen erfahren haben. Wieso stört es sie dann, was irgendwelche Hausfrauen-Trullas über sie denken? Also tun sie das, was sie am besten können. Sie selbst sein. Sie schmeißen sich in ihre knallengen Outfits und wollen den Abend genießen.
Beim Zusammenprall mit der Clique gehen sie in die Offensive und sagen „Wieso müsst ihr immer so gemeine Kühe sein? Ja wir haben die Story das wir Unternehmerinnen sind erfunden, aber nur weil wir euch beeindrucken und dazugehören wollten. Doch nun ist es uns egal was ihr von uns denkt!“ Die In-Clique lässt dies nicht auf sich sitzen und sagt „Na und? Wir sind glücklich verheiratet und tragen wenigstens nicht so schäbige Klamotten!“ Daraufhin schaltet sich die Vogue-Chefredakteurin ein und sagt „Wenn ich es mir als Modeexpertin so ansehe, dann sind diese Outfits gar nicht mal so schlecht!“ Die Anführerin der Clique ist wütend und kontert „Du bist doch bloß neidisch, weil wir glücklich verheiratet sind, du karrieregeile Emanze.“ Daraufhin sagt die Vogue-Chefin „Ja genau. Bild dir all dies ruhig weiter ein!“
Anschließend kommen alle Ehemaligen auf Romy und Michelle zu und machen ihnen Komplimente zu den Kleidern, die sie auch noch selbst designed haben. Es kommt zur Aussprache zwischen Sandy, Heather, Romy und Michele und anderen. Die unausgesprochenen Konflikte zwischen allen ehemaligen Klassenkameraden werden beseitigt, als alle feststellen, dass jeder irgendwann jemanden bewundert hat und das jeder irgendwann mal jemanden geärgert hat. Für Romy und Michelle waren die Yuppies die In-Clique, für Heather Mooney waren es Romy und Michelle. Sie gibt zu sie immer um ihren Sexappeal beneidet zu haben. Die Wogen sind geglättet und die Outsider der Schule verbünden sich und werden Freunde.
Am Ende investiert der Millionär Sandy Frink in eine Modeboutique von Romy und Michelle und sie werden selbstständige Modedesignerinnen. Heather Mooney, die durch ihre burschikose Art immer Pech bei Männern hatte, kommt mit dem sexy geheimnisvollen leidenschaftlichen Raucher der Schule zusammen.
Happy End. Einer meiner Lieblingsfilme dieser Stilrichtung.
Romy und Michelle sind zwar als Madonnafans schon ziemlich cool. Doch der wahre Star des Films ist für mich Heather Mooney. Zum einen gefällt mir ihre schwarze Kleidung und ihr ironischer Unterton. Sie scheint die Einzige mit einer „Fuck you“ Haltung zu sein und das schon während der Highschoolzeit. Als Einzelgängerin nimmt sie den Zirkus rund um Klamotten, Trends und Dazuzugehörenwollen nicht ernst. Sie ist zudem auch sehr witzig und eine authentische Figur, zwischen all den stereotypen Highschoolschülern. Selbst der Streber Sandy Frink ist ein wandelndes Klischee. Romy, Michelle und Heather sprengen die Erwartungen, da sie in keine Schublade oder Kategorie gehören. Zum Schluss verbünden sie sich sogar gegen den Rest der Mitschüler. Immer wenn Heather im Film auftaucht ist man happy. Sie mischt die perfekte Welt auf, redet wie der Schnabel ihr gewachsen ist und bringt alles durcheinander. Sie hält allen den Spiegel vor und wird zum enfant terrible in dem Film.
Ich identifiziere mich sehr mit ihr und kann mich in vielen ihrer Eigenschaften wiederentdecken. Gespielt wurde Heather von der bisexuellen Schauspielerin Jeanne Garofalo, die durch Filme wie „Reality Bites“ und „Lügen haben schöne Beine“ bekannt wurde.
Der Film ist eine Empfehlung an alle im einer Lebens- oder Midlifekrise. Aber auch an alle die Spaß an Komödien haben, die 80erJahre Fans sind, an alle die auf Frauenpower stehen und an alle die seichte Unterhaltung lieben.
Der Film übt Kritik an Menschen, die andere immer bewerten, verurteilen oder in Schubladen stecken. Was ist falsch daran mit 28 unverheiratet und ohne Kinder zu sein? Was ist falsch daran kein perfektes Leben mit Kirche, Kinder, Küche zu führen? Müssen alle ein langweiliges Spießerleben mit Haus Garten und Hund führen? Ist das die Erfüllung des Lebens? Täglich 8 Stunden arbeiten, um Konsumgüter zu kaufen und andere damit zu beeindrucken was man alles an materiellem Zeug hat? Ist Karriere alles? Ist es toll sich über andere, die nicht soviel erreicht haben lustig zu machen? All dies stellt der Film in Frage, wodruch er großartig wird.
Die Message des Films ist: Wichtig ist nur eins im Leben. Das du ein großartige Mensch bist, ganz egal wieviel Kinder oder Geld du hast. Und „Lebe einfach dein Leben, egal was andere denken. Sei du selbst!“
Woooow was für eine spannende Nacht. In letzter Sekunde setzte sich Italien gegen Frankreich und die Schweiz durch. Durch das Zuschauervoting konnte Italien den Sieg nach Rom 2022 holen und hatte vor allem den deutschen Kommentatoren überrascht, der nicht fassen konnte, dass die Europäer auf Rockmusic und Chansons stehen. Es gibt doch noch Hoffnung auf guten Geschmack, da Rockmusik (auch wenn sie hier im Contest immer einen poppigen Touch hat) eben echt gut ist. Ich habe immer Rock, Metal und Hip Hop gehört um ordentlich Dampf abzulassen. Um Schimpfworte zu benutzen und um schreien zu können. Selbstverständlich bin ich mir des Sexismus in der Rockmusic oder der Homophobie im Hip Hop bewusst, jedoch sind das Ausnahmen und die meidet man auch.
Doch von solchen Stilrichtungen geht immer eine Kraft aus. Deshalb waren Lordi (Gewinner 2006) auch verdiente Sieger und man hatte gehofft, dass sich die härteren Töne beim ESC durchsetzen können. Heute/Gestern war froh, dass wenigstens zwei Rockacts dabei waren: Italien und Finnland, wobei mir beide Songs sehr gefallen haben. Finnland hatte einen Crossovertouch, was ich als Rock und Hip Hop Fan liebe. Crossover ist eine Stilrichtung die Rap bzw. Hip Hop mit harter Rockmusic mischt. Alles hatte 1987 angefangen, als Aerosmith ein Duett mit Run DMC gemacht haben. Anschließend sprangen Bands wie Rage Against The Mashine oder Red Hot Chilli Peppers hervor. Ende der 90er Jahre kam noch einmal der Nu-Metal, eine Rockmusikrichtung mit sehr vielen Hip Hop Elementen, von der ich damals auch sehr begeistert war. Hierzulande waren Crossoverbands auch angesagt, da HBlocks oder Guano Apes ebenfalls kommerziell erfolgreich waren.
Italien lieferte klassischen Rock, der mich an die 70er erinnerte. Der Sänger hatte Ähnlichkeit mit dem polnischen Ich-Toje Frontmann Michael Wiesniewski. 🤣🙈 Egal. Diese Musik spiegelt wie die Leute einfach nur Schreien und die Sau rauslassen wollen. Während Corona genau perfekt.
Mein Lieblingssong war aber Viola aus Frankreich. Ein tolles Chansonartiges Stück, welches durch die schlichte Performance auffiel und toll war. Mich hat es als Fan der französischen Sprache sehr gefreut, dass zwei Songs dieser Sprache so weit Vorne waren. Die Schweiz hatte ebenfalls einen Song auf Französisch ins Rennen geschickt. Wooow. Tolle Entwicklung. Die französische Sprache wurde die letzten 2 Jahrzehnte wegen des Latino und Spanienbooms zurückgedrängt und war einfach nicht en vogue. Deshalb freut es mich sehr, dass die Songs soweit kamen.
Ich habe jetzt alle Beiträge gesehen und muss sagen. Meine Favoriten sind. Finnland. Frankreich. Italien und Russland wegen der Message.
Ukraine war eine Marusha on speed und so scheisse, dass es wieder gut war. Bulgarien und Protugal auch gut.
Germany war nicht schlecht, sehr eigensinnige Performance.
Litauen mit den 80ern war sehr crazy.
Genervt haben nur die Pseudo-Beyonces, Pseudo-Kardashians, Pseudo-Grandes und Pseudo-Shakiras. Total kranker Scheiß. Alle in halbnackt Suits. Und die Loka loka Weiber hatten so mit den drangenähten Haaren gewackelt, das mir schwindelig wurde.
Das erste Mal sah ich den ESC 1993. Damals fand ich es altbacken und öde. In dem Jahr traten MiKaDo mit „Wir geben ne Party“ für Deutschland an. Den Song fand ich trotzdem gut. Ich kannte bereits Nicole und Abba usw. Doch richtiger Fan wurde ich erst 1998 als Guildo Horn mein ESC-Fieber geweckt hatte. Der Antritt von dem Schlagerking Guildo wurde durch Stefan Raabs Propaganda angefeuert. Tausende von Menschen fuhren nach Polen, Holland oder Belgien, um für Guildo anzurufen. Immerhin bekam er aus den Ländern 8 bis 12 Punkte. Es reichte immerhin für Platz 8. Gewonnen hatte die israelische Sängerin Dana International, damals ein Skandal, da sie transgender ist, was in einem religösen Land wie Israel für Furrore sorgte.
Danach war ich jedes Jahr dabei. Olsen Brothers, Lordi, Lena, Rybak, Loreen, Conchita Wurst oder Russlana. Alle Sieger und viele der Auftritte haben mich in den Bann gezogen, begeistert und unterhalten.
Ich bin ein Riesen ESC-Fan und finde es immer schlimm, wenn Menschen sagen, dass dies eine Ostblock- oder Schwulenveranstaltung sei. Selbstverständlich sind die östlichen Länder und Balkanstaaten sehr am ESC interessiert und auch die Gaycommunity findet es einfach toll. Sie hat dort seine Plattform entdeckt, um sich ungeniert zu präsentieren und die Toleranz hochhält.
Die Punkte Hin- und Herschieberei war zwar kein Mythos. Allerdings ein war noch kein Sieger nur durch Punktezuschiebung erkoren worden. Sonst hätte Polen auch immer oben auf den hohen Rängen gelegen oder die Ukraine. Fakt ist das überwiegend bis heute nordische Länder oder mitteleuropäische Sieger waren. Deshalb kann man dieses Vourteil mit einem eindeutigen Beweis entkräften. Trotzdem gibt es nun eine Jury, die im Vorfeld Punkte vergibt, sodass das Publikum nur noch zu 50% Einfluss auf das Wahlergebnis hat. Auf der einen Seite fair, auf der anderen unfair. Zum einen, weil alle vorherigen Sieger ebenfalls in Frage gestellt werden könnten. Zum anderen nimmt man dem Publikum die Entscheidung weg und verfälscht das Ergebnis. Schließlich muss der Song dem Publikum und keiner Jury gefallen. Eine Jury geht auch nur bach subjektivem Geschmack. Was zählt sind die Konsumenten, also diejenigen die später den Song in die Charts befördern und die einen Überblick über den Massengeschmack liefern.
Letztes Jahr fiel die Veranstaltung aufgrund der Corona-Krise das allererste mal in der Geschichte des Eurovision Song Contests aus. Doch dieses Jahr wird alles nachgeholt.
Ich habe den ersten Vorentscheid am 18.05.21 verpasst. Als ich den zweiten verfolgt habe, hatte ich drei Favoriten: Portugal mit einer Gruppe namens Black Mumba die eine Art Jazz-Soul-Pop liefern. Dann Finnland, die mit einer Band an den Start geht, die einen bunten Mix aus Crossover, Rap, Rock und Synthiesound bringen. Zuletzt ist mir die bulgarische Sängerin Victoria aufgefallen, die zwar wie Billy Eilish klingt, aber der Song einfach gut ist.
Ich bin auf Samstag gespannt.
Es tut mir leid, dass ich das Thema „Mandela-Effekt“ noch einmal aufkommen lassen muss. Doch es ranken sich auch Mandela-Effekte rund um klassische Kunstwerke.
Zwei der weltberühmtesten Kunstwerke, beschäftigen mich seit einigerzeit noch mehr als vorher, denn ich habe sie anders in Erinnerung als sie in der Realität existieren. Falsche Erinnerung? Nein! Falsche kollektive Erinnerung, da sich neben mir hunderttausende Menschen rund um den Globus falsch an jene Werke erinnern. Das beudeutet wir haben es hier erneut mit zwei Mandelaeffekten zu tun. Betroffen sind zum einen das klassische Gemälde „Mona Lisa“ von Leonardo Da Vinci und zum anderen die Steinstatur „Der Denker“ von Rodin. Beide, aber vor allem das Erste, kennt ein Großteil der Weltbevölkerung.
Wieder Beweise für die Existenz von Paralleluniversen? Oder ist es simple und einfach nur eine normake „flasche Erinnerung“? Meine Antwort lautet: Dem ist nicht so. Multiversen sind real.
Rückblick: 2001 Kunst-Grundkurs-Unterricht in der Oberstufe auf einer Gesamtschule in Essen. Herr Schulte Senior hat ein neues Thema für uns, nämlich „Veränderung berühmter Kunstwerke“. Die meisten Schüler/innen freuen sich über das Thema und entscheiden sich für „Der Schrei“ oder „American Gothic“. Ich hatte mir „Die Venus von Boticelli“ ausgesucht, die ich in eine Miss World inklusive Schärpe und neumodischem Bikini verwandelt habe. Mein Kunstlehrer war von meiner Version begeistert.
Doch bevor wir losgelegt haben, sollten wir alle eine „Trockenübung“ machen und an der Mona Lisa üben. Herr Schulte will uns Abzeichnen per Raster beibringen und unsere Originalität im Umgang mit dem berühmten Kunstwerk überprüfen. Er gibt uns eine schwarz-weiss-Kopie der Mona Lisa, damit wir sie von A4 auf A3 zu vergrößern lernen. Danach lautet der Auftrag „Verändere das klassische Gemälde auf originelle Weise“. Ich erinnere mich noch sehr gut wie ich zwei Stunden lang das Bild abgezeichnet habe. Mit einem B2 , B1 und H2-Bleistift. Anschließend griff ich zu meinen Acrylfarben und machte aus der Mona Lisa eine schwarze Frau, die Creolen und einen Afro trägt. Mein Kunstlehrer war davon extrem begeistert. Andere Schüler/innen hatten ebenfalls gute Ideen. Sie stellen die Mona Lisa als Punkerin oder Rastafari mit Joint dar.
Wo ist das Problem? Während die“ Venus von Boticelli“ in meiner Erinnerung exakt so aussieht wie sie aussieht, ist dies mit der Mona Lisa nicht der Fall. Ich betone noch einmal, dass ich die Mona Lisa nicht wie die meisten Menschen flüchtig gesehen habe. Mit beiden Kunstwerken habe ich mich mehrere Stunden beschäftigt, denn ich musste sie von Klein- auf Großformat abzeichnen. Dazu benutze ich ein Raster mit Vierecken und habe akribisch jeden Strich des Originals abgezeichnet und daher eine sehr gute Erinnerung an die Bilder.
Mein Problem ist, wie das Problem vieler 100.000er Menschen, dass die Mona Lisa in meiner Erinnerung kein Lächeln hat. Doch in Wahrheit zeigt ihr linker Mundwinkel nach oben. Wie kann das sein? Mehrere Millionen Menschen, darunter auch ehemalige Mitarbeiter des L’ouvre erinnern sich daran, dass Mona Lisas Lippen gerade und damit zu waren. Ihr Blick war mehr oder wenig ein bisschen melancholisch. Wenn ich nur das Bild in Erinnerung hätte, dann wäre alles in Ordnung und ich würde sagen „Ja, du hast einfach eine falsche Erinnerung!“ (ähnlich wie die Menschen, die falsche Aussagen bei Phantombildern abgeben).
Dies kann jedoch nicht sein, da ich mich an mehrere Unterhaltungen im Zusammenhang mit der Mona Lisa erinnere. Unser Kunstlehrer hat einen Vortrag im Plenum über die Bedeutung des Werkes gehalten. Anschließend kamen Rückfragen und Anmerkungen von Schüler/innen. Eine Schülerin merkte an, dass dies eine Witwe sei, da sie einen Schleier trägt. Herr Schulte gab ihr Recht und meinte, es sei angeblich die Witwe eines Fürsten gewesen. Wieso sollte Leonardo da Vinci eine verwitwete Frau mit einem Lachen im Gesicht zeichnen? Dann erinnere ich mich noch an eine weitere Unterhaltung, während wir die Mona Lisa veränderten. Jemand sagte „Die sieht so grimmig aus. Die kann nichtmal lachen!“ Ein Mitschüler veränderte die Mona Lisa daraufhin so, dass er sie zu Barbie machte und ihr ein Hollywoodlächeln dazuzaubert. Wieso sollte ein Schüler jemandem ein Lächeln dazumalen, wenn er schon eines hatte?
Ein ebenfalls krasser Mandelaeffekt rankt sich um die Denkerpose der Statur „Der Denker“ von Rodin. Viele erinnern sich daran, dass die Mann-Statur die Faust angelehnt an die Stirn hielt. Ich erinnere mich ebenfalls sehr gut daran. In vielen Parodien oder Anspielungen auf diese Statur halten sich Menschen die Faust an die Stirn, statt die Hand ans Kinn, wie es der tatsächlichen Realität entspricht. Doch warum ist das so? Als wir Hände zeichnen lerne sollten im Jahr 2000, habe ich mir diese Figur und diese Hand stundenlang angeschaut und sogar abgezeichnet. Auch hier habe ich mich lange damit beschäftigt und mich diesem Kunstwerk gewidmet. Und auch hier erinnere ich mich an eine Diskussion mit meinem Lehrer Herr Schulte. Ich sagte „Wie kann man in dieser Pose denken? Das ist voll unbequem. Wie konnte denn das Modell so lange in dieser Position posieren?“.
Ich habe noch weitere Argumente dafür, dass all dies strange ist. Zum einen habe ich ein fotografisches und sehr gutes Gedächtnis. Viele meiner alten Klassenkameraden sind immer erstaunt an was ich mich noch erinnern kann und vor allem auch an Details. Oftmals sagen sie „Ja, so war das. Krass. Boah, habe ich verdrängt. Ja stimmt. Krass, dass du das noch weißt!“ Doch mein Hauptargument ist: Wenn die Menschen eine verfälschte Erinnerung an den Denker haben. Wieso ist es dann ein und diesselbe falsche Erinnerung?
Noch gruseliger wird es mit einen Kunstwerk das „Heinrich Vlll“ mit einer Hähnchenkeule zeigen soll. Viele Menschen erinnern sich an ein solches Gemälde der historischen Gestalt. (Diessesmal erinnere ich mich nicht daran). In vielen Serien und Comedyshows (u.a. bei den Simpsons) gibt es Anspielungen auf dieses Kunstwerk. Sogar wissenschaftliche Bücher über Kunstgeschichte beziehen sich auf das Werk. Wieso gibt es Anspielungen auf ein Kunstwerk, welches nie existiert haben soll? Mit diesem Gemälde ist es ähnlich wie mit dem Film Shazaam: Beides existiert in unserer Welt nicht und hat nie existiert.
Wie kann all dies möglich sein? Warum passieren all diese Mandelaeffekte? Wieso waren sie vorher unbemerkt? Wieso treten sie vermehrt um 2012 oder 2013 auf? Verändert sich unsere Welt ständig? Werden Erinnerungen zwischen zwei Welten getauscht? Ist das Universium ein Muskel, der sich dehnt und dadurch Veränderungen im Planeten Erde erzeugt? Ziehen sich zwei Versionen der Erde zusammen und verursachen dieses Durcheinander? Ich hoffe unsere Forschung kann uns irgendwann Aufschluss darüber geben und wir kommen irgendwann hinter das Geheimnis.
Februar 2020. Meldung von Virus aus China.
Angst und Panik verbreiteten sich. Medien berichten Nonstop von neuer Lungenkrankheit.
„20.000 Tote. Gelbe Outbreakanzüge im TV. Lungenmaschinen. Desinfektionsschläuche. Menschen im Koma. Chinesen in Masken.“
März. Der kleine alte Kontinent ist infiziert.
Apres Ski und Italien sind angeblich schuld. Angst zerstört die Köpfe: Schneller als ein Buschfeuer den Wald. Bella Ciao wird gesungen. Ein Meer von Särgen präsentiert.
Erster Lockdown. Feuer frei für den Kampf um Klorollen, Desinfektionsmittel, Nudeln und Hefe. Leere Regale. Volle Schränke. Nur noch 67 Windeln. Feuchttücher verstopfen die Rohre.
Bitte bleiben sie zu hause. Bitte waschen sie die Hände. Bitte halten sie Abstand
Experte 1 spricht. Neue Vokabeln erschlagen die Unsicheren und Ungelehrten. Das Denken wird Halbgöttern in Weiss überlassen.
„Insidenzwert. Inkubationszeit. Covid. FFP2. Kontaktverbot. Mindestabstand. Immunität“.
Robert Koch spricht täglich. Neue Zahlen, neue Ideen, neue Maßnahmen. Neue wissenschaftliche Superstars springen wie Pilze aus dem Boden. Neue Diskussionen. Keine Lösung. Alte Künstler können Rechnungen nicht zahlen.
Wir bleiben zuhause Kampagnen. Bella Ciao tönt aus vielen Fenstern. Aufruf zu Solidarität und Geduld. Kassierer als Helden gefeiert.
Warten auf ein Ende. Tag ein Tag aus.
Straßen leer. Köpfe vollgestopft mit Infos und Gedankenhaufen. Spazieren und nach Hause. Trott macht viele krank. Freude schöner Götterfunken. Um neun ertönen Kircheglocken.
Bitte bleiben sie zu hause. Bitte tragen sie eine Maske. Bitte halten sie Abstand.
Ende. Tore öffnen kurz. Maskenpflicht.
Alle essen draußen. Eintragen in Listen. Schlangen vor den Shops. Reisen erlaubt. Ab in die Türkei und nach Malle. Drinnen mit Masken. Aber bitte mit Abstand. Desinfektionsmittel weiter ausverkauft.
Glaube an ein Ende verbreitet sich schneller aus als jede Pandemie. Zu früh gefreut. Die Depressiven knallen sich im September auf die Stirn. Weiter alles und jeder dicht.
Bitte bleiben sie zu hause. Bitte waschen sie die Hände. Tragen sie eine Maske. Halten sie Abstand.
Stimmung ist gekippt. Keine Hamster an den Kassen. Dafür von Panik infizierte und Leugner, die sich sinnlos verbal prügeln.
Keine Diskussion erlaubt. Die einen denken quer, die anderen zensieren sehr. Kritik wird vermalhmt. Kritiker verbannt wie in guten alten Zeiten.
Neuer Lockdown ab November. Impfkampagne. Impfen wird eingetrichtert.
Zweite Welle. Alles zu ab Dezember.
Mutanten im Dezember. Spritzen werden geliefert. Astra. Johnson. Biontec. Termine nach Gruppen werden vergeben. Outbreakanzüge geordert. Ziel Herdenimmunität noch nicht errreicht.
Bitte bleiben sie zu hause. Bitte gehen sie sich impfen. Trage sie eine Maske. Halten sie Abstand.
Kein Elfmeterschießen. Kein Weltmeister. Keine Wiesen. Kein ESC. Kein Olympia. Aber Verlängerung. Bis unbekannt. Glotze aus. DVD und Netflix an.
Während einige auf ein Ende warten, reißen sich Genervte die Masken vom Kinn. Meinungsfreiheit passe. Grundrechte abgeschafft. Neue Gesetzte: erschafft.
FFP2. Homeoffice. Click and meet. Click and Collect. Onlinekurse. Onlinemeeting. Onlineschooling. Digitalisierung. Onlinekonferenzen. Hollogramme.
Neujahr. Dasselbe nur mit Regen und neuem Präsidenten.
Zahlenwirrarr. News längst auf stumm geschaltet wie den Wendler. Pandemiemüdigkeit.0
Experte 12 im Onlineinterview vor Bücherregal von IKEA. Negativtests. Aber Notfallbremse. Keiner blickt durch.
City wie nach unsichtbarem Krieg. „Geschlossen“, „Wir schließen“, „Räumungsverkauf“, „Alles mus raus“. Kündigungspapiere unterwegs. Jobcenteranträge auf Rekordniveau gestiegen.
Bitte bleiben sie zu hause. Lassen sie sich impfen. Tragen sie eine Maske. Halten sie Abstand.
Ostern Nr2 ohne Familienferier. Eier dürfen gesucht und cersteckt werden.
Die alten lassen sich piecksen. Die Jungen feiern heimlich Party. Die Genervten kaufen sich Baseballschläger. Die Ängstlichen haben den Keller mit Dosen voll.
Alleine gebären. Alleine arbeiten. Alleine heiraten. Alleine sterben.
Bitte bleiben sie zu hause. Lassen sie sich impfen. Tragen sie eine Maske. Halten sie Abstand.
Kampf um politische Führung auf dem Rücken eines Virus ausgetragen. Lächelnde Politikergrimassen im TV, während Leute psychosozial in einer Einbahnstraße sind.
Kein Ende in Sicht. Ein kleines unsichtbares Wesen hat uns weiter fest im Griff….
Lassen sie sich impfen. Tragen sie eine Maske. Halten sie Abstand.
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