Es tut mir leid, dass ich das Thema „Mandela-Effekt“ noch einmal aufkommen lassen muss. Doch es ranken sich auch Mandela-Effekte rund um klassische Kunstwerke.

Zwei der weltberühmtesten Kunstwerke, beschäftigen mich seit einigerzeit noch mehr als vorher, denn ich habe sie anders in Erinnerung als sie in der Realität existieren. Falsche Erinnerung? Nein! Falsche kollektive Erinnerung, da sich neben mir hunderttausende Menschen rund um den Globus falsch an jene Werke erinnern. Das beudeutet wir haben es hier erneut mit zwei Mandelaeffekten zu tun. Betroffen sind zum einen das klassische Gemälde „Mona Lisa“ von Leonardo Da Vinci und zum anderen die Steinstatur „Der Denker“ von Rodin. Beide, aber vor allem das Erste, kennt ein Großteil der Weltbevölkerung.

Wieder Beweise für die Existenz von Paralleluniversen? Oder ist es simple und einfach nur eine normake „flasche Erinnerung“? Meine Antwort lautet: Dem ist nicht so. Multiversen sind real.

Rückblick: 2001 Kunst-Grundkurs-Unterricht in der Oberstufe auf einer Gesamtschule in Essen. Herr Schulte Senior hat ein neues Thema für uns, nämlich „Veränderung berühmter Kunstwerke“. Die meisten Schüler/innen freuen sich über das Thema und entscheiden sich für „Der Schrei“ oder „American Gothic“. Ich hatte mir „Die Venus von Boticelli“ ausgesucht, die ich in eine Miss World inklusive Schärpe und neumodischem Bikini verwandelt habe. Mein Kunstlehrer war von meiner Version begeistert.

Doch bevor wir losgelegt haben, sollten wir alle eine „Trockenübung“ machen und an der Mona Lisa üben. Herr Schulte will uns Abzeichnen per Raster beibringen und unsere Originalität im Umgang mit dem berühmten Kunstwerk überprüfen. Er gibt uns eine schwarz-weiss-Kopie der Mona Lisa, damit wir sie von A4 auf A3 zu vergrößern lernen. Danach lautet der Auftrag „Verändere das klassische Gemälde auf originelle Weise“. Ich erinnere mich noch sehr gut wie ich zwei Stunden lang das Bild abgezeichnet habe. Mit einem B2 , B1 und H2-Bleistift. Anschließend griff ich zu meinen Acrylfarben und machte aus der Mona Lisa eine schwarze Frau, die Creolen und einen Afro trägt. Mein Kunstlehrer war davon extrem begeistert. Andere Schüler/innen hatten ebenfalls gute Ideen. Sie stellen die Mona Lisa als Punkerin oder Rastafari mit Joint dar.

Wo ist das Problem? Während die“ Venus von Boticelli“ in meiner Erinnerung exakt so aussieht wie sie aussieht, ist dies mit der Mona Lisa nicht der Fall. Ich betone noch einmal, dass ich die Mona Lisa nicht wie die meisten Menschen flüchtig gesehen habe. Mit beiden Kunstwerken habe ich mich mehrere Stunden beschäftigt, denn ich musste sie von Klein- auf Großformat abzeichnen. Dazu benutze ich ein Raster mit Vierecken und habe akribisch jeden Strich des Originals abgezeichnet und daher eine sehr gute Erinnerung an die Bilder.

Mein Problem ist, wie das Problem vieler 100.000er Menschen, dass die Mona Lisa in meiner Erinnerung kein Lächeln hat. Doch in Wahrheit zeigt ihr linker Mundwinkel nach oben. Wie kann das sein? Mehrere Millionen Menschen,  darunter auch ehemalige Mitarbeiter des L’ouvre erinnern sich daran, dass Mona Lisas Lippen gerade und damit zu waren. Ihr Blick war mehr oder wenig ein bisschen melancholisch. Wenn ich nur das Bild in Erinnerung hätte, dann wäre alles in Ordnung und ich würde sagen „Ja, du hast einfach eine falsche Erinnerung!“ (ähnlich wie die Menschen, die falsche Aussagen bei Phantombildern abgeben).

Dies kann jedoch nicht sein, da ich mich an mehrere Unterhaltungen im Zusammenhang mit der Mona Lisa erinnere. Unser Kunstlehrer hat einen Vortrag im Plenum über die Bedeutung des Werkes gehalten. Anschließend kamen Rückfragen und Anmerkungen von Schüler/innen. Eine Schülerin merkte an, dass dies eine Witwe sei, da sie einen Schleier trägt. Herr Schulte gab ihr Recht und meinte, es sei angeblich die Witwe eines Fürsten gewesen. Wieso sollte Leonardo da Vinci eine verwitwete Frau mit einem Lachen im Gesicht zeichnen? Dann erinnere ich mich noch an eine weitere Unterhaltung, während wir die Mona Lisa veränderten. Jemand sagte „Die sieht so grimmig aus. Die kann nichtmal lachen!“ Ein Mitschüler veränderte die Mona Lisa daraufhin so, dass er sie zu Barbie machte und ihr ein Hollywoodlächeln dazuzaubert. Wieso sollte ein Schüler jemandem ein Lächeln dazumalen, wenn er schon eines hatte?

Ein ebenfalls krasser Mandelaeffekt rankt sich um die Denkerpose der Statur „Der Denker“ von Rodin. Viele erinnern sich daran, dass die Mann-Statur die Faust angelehnt an die Stirn hielt. Ich erinnere mich ebenfalls sehr gut daran.  In vielen Parodien oder Anspielungen auf diese Statur halten sich Menschen die Faust an die Stirn, statt die Hand ans Kinn, wie es der tatsächlichen Realität entspricht. Doch warum ist das so? Als wir Hände zeichnen lerne sollten im Jahr 2000, habe ich mir diese Figur und diese Hand stundenlang angeschaut und sogar abgezeichnet. Auch hier habe ich mich lange damit beschäftigt und mich diesem Kunstwerk gewidmet. Und auch hier erinnere ich mich an eine Diskussion mit meinem Lehrer Herr Schulte. Ich sagte „Wie kann man in dieser Pose denken? Das ist voll unbequem. Wie konnte denn das Modell so lange in dieser Position posieren?“.

Ich habe noch weitere Argumente dafür, dass all dies strange ist. Zum einen habe ich ein fotografisches und sehr gutes Gedächtnis. Viele meiner alten Klassenkameraden sind immer erstaunt an was ich mich noch erinnern kann und vor allem auch an Details. Oftmals sagen sie „Ja, so war das. Krass. Boah, habe ich verdrängt. Ja stimmt. Krass, dass du das noch weißt!“ Doch mein Hauptargument ist: Wenn die Menschen eine verfälschte Erinnerung an den Denker haben. Wieso ist es dann ein und diesselbe falsche Erinnerung?

Noch gruseliger wird es mit einen Kunstwerk das „Heinrich Vlll“ mit einer Hähnchenkeule zeigen soll. Viele Menschen erinnern sich an ein solches Gemälde der historischen Gestalt. (Diessesmal erinnere ich mich nicht daran). In vielen Serien und Comedyshows (u.a. bei den Simpsons) gibt es Anspielungen auf dieses Kunstwerk. Sogar wissenschaftliche Bücher über Kunstgeschichte beziehen sich auf das Werk. Wieso gibt es Anspielungen auf ein Kunstwerk, welches nie existiert haben soll? Mit diesem Gemälde ist es ähnlich wie mit dem Film Shazaam: Beides existiert in unserer Welt nicht und hat nie existiert.

Wie kann all dies möglich sein? Warum passieren all diese Mandelaeffekte? Wieso waren sie vorher unbemerkt? Wieso treten sie vermehrt um 2012 oder 2013 auf? Verändert sich unsere Welt ständig? Werden Erinnerungen zwischen zwei Welten getauscht? Ist das Universium ein Muskel, der sich dehnt und dadurch Veränderungen im Planeten Erde erzeugt? Ziehen sich zwei Versionen der Erde zusammen und verursachen dieses Durcheinander? Ich hoffe unsere Forschung kann uns irgendwann Aufschluss darüber geben und wir kommen irgendwann hinter das Geheimnis.