Was wären wir nur ohne diese kleinen kanarienvogelgelben Zettel, die fest genug kleben und gleichzeitig leicht genug kleben, um sie ohne Spuren wieder zu beseitigen? Die Post-its.
Durch den Fim „Romy und Michelle“ habe ich mich eingehend mit ihnen beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass diese gelben Wunder eine der besten Erfindungen der letzten 50 Jahre ist. Jetzt ist einer der beiden Erfinder verstorben. Spencer Silver starb bereits am 14.05.2021, was mich sehr traurig stimmte. Er hatte den legendären Klebstoff in den 70er Jahren entwickelt. Sein Kollege Arthur Fry, der wie Silver für die 3M Cooperation tätig war, erfand das passende Produkt für den Klebstoff. Die Post-its.
Obwohl sie in jedem Büro dieser Welt, in jeder Bibliotheken, in jedem Haushalt oder in allen Bildungsanstalten vorzufinden und nicht wegzudenken sind, kennen nur die Wenigsten die interessante Geschichte, die sich hinter der Post-its-Erfolgsstory tatsächlich verbirgt. Grund genug sie einmal darzulegen.
Hier eine grobe Zusammenfassung. Es sind die wilden 1970er. Kreativität, Innovation und Veränderung liegen in der Luft. Der Chemiker Spencer Silver geht wie immee mit demselben Ziel in sein Labor. Er will den stärksten Kleber der Welt kreieren. Verschiedene chemische Zusammensetzungen und Rezepturen probiert er aus. Eines Nachts geht bei einem der Experimente etwas schief und durch diesen glücklichen Zufall entdeckt Silver einen speziellen Kleber. Er stellte fest, dass der entwickelte Kleber, einerseits stark genug ist um zwei Objekte aneinander festzukleben und gleichzeitig leicht genug ist, um die Objekte wieder problemlos voneinander zu lösen. Zunächst war er enttäuscht, da er keine Verwendung dafür sah. Als er seinem Kollegen Arthur Fry (ebenfalls aus Minesota stammend) davon berichtete, kam dieser auf die Idee, dass man nur etwas Sinnvolles finden müsste, für das man den Kleber verwenden konnte. Dies stellte sich jedoch als ein großes Problem heraus, da beiden nichts einfiel, wofür man einen solchen Kleber gebrauchen könnte.
Mehrere Monate vergingen und ihnen fiel nichts ein. Der Durchbruch kam, als Fry in die Kirche marschierete, um Gott zu feiern und ihn um Hilfe bei der Durchsetzung seines genialen Klebers zu helfen. Er sang damals in einem Kirchenchor. Er nahm das Gesangsbuch und ihn nervte es ständig umblättern zu müssen und dabei den jeweiligen Song erneut im Buch zu suchen. Plötzlich ging ihm ein Licht auf. Es wäre leichter denselben Song nochmal im Kirchengesangsbuch zu finden, wenn man ein kleines Papier hätte, welches kleben würde und was man danach wieder problemlos entfernen könnte. Ja. Das war es. Der Kleber könnte dafür primar in Frage kommen. Schnell rannte er heim und designte die Post-its. Es dauerte noch Jahre das Produkt gemeinsam mit Silver auf den Markt zu bringen. Doch vor allem die Überzeugung Frys von den Post-its und seine Hartnäckigkeit brachteb den Durchbruch. Arthur Fry gilt dadurch als der eigentliche Erfinder, da Spencer Silver lediglich den Kleber entwickelt hatte. Frys Idee den Kleber für Papier zu gebrauchen, welches einen Zweck erfüllt und den Alltag erleichert, war einfach nir genial. In den 1980ern kamen die Post-its auf den Markt und auch in Europa verkauft. Seit den 1990ern kann man sich eine Welt ohne Post-its kaum mehr vorstellen.
Die Ursprungsversion der allerersten Post-its kennt jeder. Quadratisch, praktisch, gut und in der Farbe kanarienvogelgelb. Später wurden sie in allen erdenklichen Farben und Formen kreiert. Klein und länglich. In Neofarben. Rund, als Pfeilform, Raute, Dreiecke usw. Und immer mit dabei: der Wunderkleber. Eine Kleinigkeit, die das Leben ein bisschen bunter und leichter macht und die seine Erfinder zu Multimillionären machte. Sogar Kunstwerke oder Protestaktionen wurden durch die Unterstützung der Post-its geführt.
Ich selbst bin als Schreibratte ein Riesenfan dieser gelben Zettelchen. Immer wenn ich sie irgendwo bei Kodi oder Tedi im Angebot sehe, greife ich zu. Mein Schreibtisch ist voll davon. Im Studium haben sie mir dabei geholfen relevante Textstellen schnell wieder zu finden. Beim Abitur haben sie mir das Lernen erleichtert. Bei einem typischen Brainstorming kann man sie hervorragend einsetzen und um sich wichtige Termine usw. einfach an den Kühlschrank zu pappen. Beim Abziehen hinterlassen sie keinerlei Rückstände, weder an Büchern, noch an Kühlschränken, an Tischen oder Tafeln. Genial oder? Ich nutze sie in allen Farben und Formen. Überwiegend nutze ich Post-its als Lesezeichen, um wichtige Textstellen schnell wiederzufinden oder um mir wichtige Notizen aufzuschreiben. Vor allem sind sie mir auch beim Abfassen meiner Bücher hilfreich. Immer habe ich sie in meiner Tasche, um mir wichtige Ideen zu notieren. Sie gehören beim Schreiben immer dazu.
Danke Arthur Fry und Spencer Silver.
RIP Spencer Silver.
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